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Bessarion
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Bessarion (Taufname griechisch Î’Î±ÏƒÎŻÎ»Î”ÎčÎżÏ‚ BasĂ­leios, lateinisch Basilius, Mönchsname griechisch Î’Î·ÏƒÏƒÎ±ÏÎŻÏ‰Îœ Bēssaríƍn, lateinisch Bessario, italienisch Bessarione, fĂ€lschlich Johannes Bessarion bzw. Giovanni Bessarione; * zwischen 1399 und 1408 in Trapezunt im nordöstlichen Kleinasien; † 18. November 1472 in Ravenna) war ein byzantinischer Humanist, Theologe, Kirchenpolitiker, Diplomat, Redner, Publizist, Philosoph, Philologe und Übersetzer. Ab 1439 war er Kardinal, ab 1463 lateinischer Patriarch von Konstantinopel im Exil.

Seine Ausbildung erhielt Bessarion anfangs in Konstantinopel, wo er als junger Mann in ein Kloster eintrat. SpĂ€ter studierte er in Mystras platonische Philosophie und wurde ein eifriger Vertreter des Platonismus. Auf dem Konzil von Ferrara/Florenz trug er 1438/39 maßgeblich zur „Kirchenunion“ bei, der formellen Wiedervereinigung der seit dem 11. Jahrhundert getrennten Kirchen des Ostens und des Westens. In Anerkennung seiner Verdienste um die Überwindung der Kirchenspaltung ernannte ihn Papst Eugen IV. zum Kardinal und holte ihn nach Italien.

Nach dem Wechsel in die lateinischsprachige Welt der Westkirche setzte sich Bessarion vehement fĂŒr seine von der osmanischen Expansion bedrohte Heimat ein. Seine Hauptanliegen waren zunĂ€chst die Verwirklichung der Kirchenunion und die Mobilisierung militĂ€rischer Hilfe fĂŒr das zusammenbrechende Byzantinische Reich. Nach dem Untergang des Byzantinischen Reiches, den er nicht fĂŒr endgĂŒltig hielt, engagierte er sich fĂŒr die Rettung und Bewahrung griechischer KulturgĂŒter und fĂŒr die Abwehr des weiteren Vordringens der osmanischen MilitĂ€rmacht nach Westen. Er ĂŒbernahm die schwierige Aufgabe, als pĂ€pstlicher Legat fĂŒr einen Kreuzzug gegen die TĂŒrken zu werben, doch mit diesen politischen BemĂŒhungen scheiterte er völlig. Als Theologe vertrat er eine Synthese von christlichem, platonischem und aristotelischem Gedankengut, als Philosoph verteidigte er Platon und den Platonismus gegen einen großangelegten Angriff des zeitgenössischen Aristotelikers Georgios Trapezuntios. Er war ein Pionier der philosophiegeschichtlichen Forschung und leistete einen grundlegenden Beitrag zur Kenntnis und Verbreitung der damals im Abendland noch wenig bekannten Werke und Gedanken Platons.

Bessarion legte die grĂ¶ĂŸte Sammlung griechischer Handschriften im Westen an und schenkte seine kostbare Bibliothek der Republik Venedig. Er förderte das Bildungswesen und die altertumswissenschaftliche Forschung und gewĂ€hrte bedĂŒrftigen Humanisten großzĂŒgige UnterstĂŒtzung. Der Nachwelt blieb er in erster Linie als profilierter Platoniker und fĂŒhrender ReprĂ€sentant der griechischen Kultur im Westen in Erinnerung. Die moderne Forschung wĂŒrdigt ihn als bedeutenden Gelehrten, der zwischen den Kulturen vermittelte und sich damit hohes Ansehen erwarb.

Contents

‱ Leben
‱ Humanismus
‱ Werke
‱ Reden
‱ Briefe
‱ Rezeption
‱ Moderne
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Leben

Herkunft, Name und Geburt

Über Bessarions Herkunft liegen unterschiedliche Angaben vor, und ĂŒber die Datierung seiner Geburt gehen in der Forschung die Meinungen auseinander. Unstrittig ist, dass er aus Trapezunt stammte, der Hauptstadt eines eigenstĂ€ndigen Kaiserreichs, das einer der Nachfolgestaaten des 1204 von den Kreuzrittern des vierten Kreuzzugs zerstörten Byzantinischen Reichs war. Nach der Darstellung des zeitgenössischen byzantinischen Schriftstellers Michael Apostoles, der den Kardinal gut kannte, lebten dessen Eltern in bescheidenen VerhĂ€ltnissen und mussten ihren Lebensunterhalt mit ihren HĂ€nden verdienen. Einer anderen Überlieferung folgte der Historiker und Bischof von Alessio Benedetto Orsini, der seine Untersuchung ĂŒber die Genealogie der Komnenen um 1635/36 abschloss. Orsini hatte noch Zugang zu heute verschollenen griechischen Quellen. Nach seinem Bericht war Bessarions Vater ein Adliger namens Konstantinos Milessios und seine Mutter Eudoxia Komnene, eine Tochter Kaiser Johannes’ III. von Trapezunt, der von 1342 bis 1344 regierte. Allerdings wird die GlaubwĂŒrdigkeit von Orsinis Angaben in der Forschung ĂŒberwiegend skeptisch beurteilt. Einer zeitgenössischen Notiz zufolge hieß Bessarions Mutter Theodule. Er selbst nannte die Namen Theodoros und Theodora, die sich anscheinend auf seine Eltern beziehen. Vermutlich war entweder Theodora oder Theodule ein klösterlicher Name, den seine Mutter angenommen hatte, als sie als Witwe in ein Kloster eintrat.cite-ref-1[1]

FĂŒr die Geburt Bessarions schwanken die AnsĂ€tze zwischen Ende 1399 und dem 2. Januar 1408. Oft wird der 2. Januar 1403 genannt, der nach seiner allerdings zweifelhaft ĂŒberlieferten Lebensdauer errechnet wurde. Falls sein Großvater mĂŒtterlicherseits der 1362 gestorbene Kaiser Johannes III. war, spricht dies fĂŒr eine frĂŒhe Datierung der Geburt.cite-ref-2[2] Nach eigenen Angaben hatte er vierzehn Geschwister, die alle vor den Eltern starben.cite-ref-3[3]

In Ă€lterer Fachliteratur wird als Taufname Bessarions irrtĂŒmlich Johannes genannt. Diese Angabe beruht auf falscher Lesung eines handschriftlichen Eintrags in einem Codex. Obwohl das Versehen schon 1976 nachgewiesen wurde, kommt der angebliche Vorname Johannes/Giovanni noch im 21. Jahrhundert in bibliographischen Hilfsmitteln vor. In der neueren Forschung wird nicht mehr bezweifelt, dass der zeitgenössisch ĂŒberlieferte Taufname Basileios (lateinisch Basilius) der richtige ist. Diesen Namen hat der Theologe allerdings ab dem Jahr 1423 nicht mehr verwendet, vielmehr nannte er sich nach seiner Mönchsweihe nur noch Bessarion. Die in moderner Literatur hĂ€ufige Verbindung der beiden Namen – „Basilius Bessarion“ – ist quellenmĂ€ĂŸig nicht bezeugt und daher als unauthentisch zu betrachten.cite-ref-4[4] In Italien pflegte man ihn lateinisch Nicaenus zu nennen, da er Metropolit von Nikaia war; auch er selbst bezeichnete sich manchmal so.cite-ref-5[5]

Ausbildung und Leben als Mönch in Konstantinopel (1416/17–1431)

Anfangs besuchte Basileios die öffentliche Schule in Trapezunt, wo seine Begabung auffiel. Dann ĂŒbergaben ihn seine Eltern dem Metropoliten Dositheos von Trapezunt, um ihm eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Als Dositheos 1416/17 wegen eines Konflikts mit dem Kaiser von Trapezunt seinen Metropolitansitz verlassen musste und nach Konstantinopel ging, nahm er seinen SchĂŒtzling mit. In der Hauptstadt des Byzantinischen Reichs gab es keine UniversitĂ€t im westlichen Sinne; der weltliche und geistliche Unterricht lag in der Hand eines Klerikers, des „universellen Lehrers“ (katholikĂłs didĂĄskalos). Dieses Amt hatte damals der Gelehrte Johannes Chortasmenos inne. Er unterrichtete den jungen Basileios in den SchulfĂ€chern, die im Westen als die „Sieben freien KĂŒnste“ bekannt waren, und in „Philosophie“, worunter man die aristotelische Logik verstand. Das waren die bei den Byzantinern als „hellenisch“ bezeichneten Wissensgebiete, deren Kenntnis die „heidnische“, auf dem vorchristlichen antiken Schulwesen fußende Allgemeinbildung (mathᾗmata) ausmachte. Die LehrbĂŒcher, die Chortasmenos verwendete, sind bekannt, die gĂŒnstige Quellenlage ermöglicht eine detaillierte Kenntnis der sprachlich-literarischen, philosophischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Lehrinhalte, die den SchĂŒlern vermittelt wurden. Hinzu kam Unterweisung in der Dogmatik der orthodoxen Theologie. Diese war im frĂŒhen 15. Jahrhundert vom Palamismus geprĂ€gt, einer kontemplativ orientierten Richtung, die das „hellenische“ Bildungsgut, insbesondere die Philosophie, fĂŒr nutzlos erklĂ€rte. Daraus ergab sich fĂŒr bildungsbegierige SchĂŒler ein Zwiespalt, den Basileios fĂŒr sich im Sinne einer Bejahung der vorchristlichen antiken Kultur löste.cite-ref-6[6]

Neben Chortasmenos hatte Basileios noch einen Lehrer namens Chrysokokkes, der an einer öffentlichen Schule tĂ€tig war. Dieser wird oft mit dem Handschriftenschreiber Georgios Chrysokokkes gleichgesetzt, es kann sich aber auch um einen anderen Gelehrten dieses Namens handeln. Jedenfalls war der italienische Humanist Francesco Filelfo, der sich damals in Konstantinopel aufhielt und spĂ€ter in Italien durch seine außergewöhnliche Beherrschung des Griechischen Ansehen erlangte, bei Chrysokokkes ein MitschĂŒler des kĂŒnftigen Kardinals.cite-ref-7[7]

Schon bald nach seiner Ankunft in Konstantinopel schloss sich Basileios informell einer klösterlichen Gemeinschaft an. Einige Jahre spĂ€ter, am 30. Januar 1423, trat er als Mönch ein. Nach der Probezeit erhielt der neue Klosterbruder am 20. Juli 1423 die zweite, endgĂŒltige Tonsur. GemĂ€ĂŸ der Sitte Ă€nderte er mit dem Eintritt in den Mönchsstand seinen Namen. Er nannte sich nun Bessarion. Mit der Wahl dieses Namens zeigte er seine Verehrung fĂŒr den spĂ€tantiken WĂŒstenvater Bessarion, einen Ă€gyptischen Anachoreten, dessen Heiligenkult in Trapezunt besonders gepflegt wurde. Am 8. Dezember 1425 wurde er zum Diakon geweiht, am 8. Oktober 1430 empfing er die Priesterweihe.cite-ref-8[8]

Als Mönch beschrĂ€nkte sich Bessarion nicht auf ein beschauliches Leben im Kloster, sondern entfaltete frĂŒhzeitig politische AktivitĂ€t. Er beteiligte sich 1426/27 an einer Gesandtschaft des in Konstantinopel regierenden Kaisers Johannes VIII. Palaiologos an Alexios IV. Komnenos, den Kaiser von Trapezunt. Dabei wandte er sich mit einer enkomiastischen Ansprache an Alexios. Das Ziel war ein BĂŒndnis der beiden Reiche.cite-ref-9[9]

Studienaufenthalt in Mystras (1431–1436/37)

Wohl im Jahr 1431 begab sich Bessarion, dem Rat seines frĂŒheren Lehrers Chortasmenos folgend, auf die Halbinsel Morea, um in Mystras (Mistra), der Hauptstadt des dortigen Despotats, seine Bildung zu vertiefen. Dort studierte er bei dem berĂŒhmten Gelehrten Georgios Gemistos Plethon, einem antiaristotelisch gesinnten Platoniker, der ein ungewöhnliches philosophisch-religiöses System entwickelt hatte. Plethon verherrlichte wie die westlichen Humanisten die antiken KulturgĂŒter. Dabei ging er so weit, das Christentum zu verwerfen und eine Erneuerung der alten griechischen Religion zu erhoffen. Bessarion schĂ€tzte Plethon sehr und blieb ihm auch spĂ€ter freundschaftlich verbunden, hielt aber seinem christlichen Glauben die Treue. Ein wegweisender Impuls, den er in Mystras erhielt, war die grĂŒndliche Kenntnis der platonischen Philosophie, die ihm Plethon vermittelte. Den Platonismus, den er sich als persönliche Überzeugung zu eigen machte, verband Bessarion mit seinem christlichen Weltbild. Einen Schwerpunkt seiner Studien in Mystras bildeten die mathematisch-naturwissenschaftlichen FĂ€cher, vor allem die Astronomie.cite-ref-10[10]

Auch wĂ€hrend seines Aufenthalts im Despotat Morea betĂ€tigte sich Bessarion politisch. Er genoss das Vertrauen des dortigen Herrschers, des Despoten Theodoros II., der ein Bruder von Kaiser Johannes VIII. war. Sein Ansehen war so groß, dass er bei einem Konflikt in der Kaiserfamilie vermitteln konnte.cite-ref-11[11]

TĂ€tigkeit als orthodoxer Kirchenpolitiker (1437–1439)

Auf Anweisung Kaiser Johannes’ VIII. kehrte Bessarion 1436/37 nach Konstantinopel zurĂŒck. Angeblich machte ihn der Herrscher nun zum Hegumenos des hauptstĂ€dtischen Basileiosklosters oder – nach einer anderen Deutung des Quellenbefunds – ĂŒbertrug ihm dort eine lehrende Funktion. Im nĂ€chsten Jahr folgte seine Ernennung zum Metropoliten von Nikaia, fĂŒr die sich der Despot Theodoros II. bei seinem Bruder eingesetzt haben soll.cite-ref-12[12]

Die Bischofsweihe empfing Bessarion am 11. November 1437. Seine Erhebung in den Metropolitenrang erfolgte vor dem Hintergrund des bevorstehenden Unionskonzils, auf dem die „Union“, die Wiedervereinigung der römischen und der orthodoxen Kirche, vollzogen werden sollte. Die Kirchen waren seit dem „MorgenlĂ€ndischen Schisma“ des 11. Jahrhunderts getrennt. Die Überwindung der Kirchenspaltung war ein zentrales Anliegen der byzantinischen Diplomatie, denn sie bildete die Voraussetzung fĂŒr die vom Kaiser dringend benötigte militĂ€rische Hilfe westlicher MĂ€chte gegen die Expansion des osmanischen Reichs. Der tĂŒrkische Vormarsch drohte den byzantinischen Staat auszulöschen. Inwieweit Bessarion als Vertrauter des Kaisers an der Vorbereitung des Konzils beteiligt war, ist in der Forschung umstritten.cite-ref-13[13] Mit dem Kaiser und den anderen Metropoliten und sonstigen WĂŒrdentrĂ€gern des Patriarchats von Konstantinopel, die an der Kirchenversammlung teilnahmen, trat er im November 1437 die Überfahrt nach Italien an. Unter den Teilnehmern der langen Schiffsreise waren auch Plethon und der Philosoph und kĂŒnftige Kardinal Nikolaus von Kues (Cusanus), der sich zu Verhandlungen ĂŒber die Kircheneinheit in Konstantinopel aufgehalten hatte. Mit Cusanus schloss Bessarion eine lebenslange Freundschaft, die zu fruchtbarer Zusammenarbeit fĂŒhrte.cite-ref-14[14]

Im Februar 1438 hielt die byzantinische Delegation ihren Einzug in Venedig. Bei Bessarion hinterließ die Stadt, die er spĂ€ter zu seiner Wahlheimat machte, einen tiefen Eindruck; sie erschien ihm wie ein zweites Byzanz.cite-ref-15[15] Im MĂ€rz trafen die Byzantiner in Ferrara ein, das zum Tagungsort des Unionskonzils bestimmt war. Die Versammlung wurde zwar am 9. April feierlich eröffnet, doch zunĂ€chst wurde nur sondiert; der offizielle Beginn der Verhandlungen verzögerte sich um Monate.cite-ref-16[16]

Der Erfolg der UnionsbemĂŒhungen hing von einer Einigung in den dogmatischen Streitfragen ab, unter denen die seit Jahrhunderten verfestigte Meinungsverschiedenheit ĂŒber das „Filioque“ im Glaubensbekenntnis die wichtigste war. Dabei ging es um die Frage, ob der Heilige Geist nur von Gottvater ausgehe, wie die orthodoxen Theologen meinten, oder auch vom Gottessohn (lateinisch filioque „und vom Sohn“), wie die römische Dogmatik lehrte. Den Zusatz „filioque“ hatte die römische Kirche eigenmĂ€chtig in das Glaubensbekenntnis eingefĂŒgt, ohne die anderen Kirchen vorher zu befragen. FĂŒr die Orthodoxen war dies unannehmbar. ZunĂ€chst legte der Kaiser fest, dass zwei der griechischen Metropoliten, Bessarion und Markos Eugenikos, in den SondierungsgesprĂ€chen als alleinige WortfĂŒhrer der orthodoxen Seite fungieren sollten. Dabei hatte der wesentlich ranghöhere, resolute Markos Eugenikos auf theologische Korrektheit zu achten, wĂ€hrend dem verbindlich auftretenden Bessarion die Aufgabe zugedacht war, die Gegenseite mit seinem rhetorischen Schwung zu beeindrucken und als Vermittler Konflikte zu dĂ€mpfen. Im Lauf der Zeit profilierten sich die beiden Theologen zunehmend als ReprĂ€sentanten zweier gegensĂ€tzlicher Richtungen: Bessarion dachte und agierte lösungsorientiert, wĂ€hrend Markos Eugenikos als unnachgiebiger Verteidiger der ostkirchlichen Positionen ein Scheitern der Verhandlungen in Kauf nahm oder sogar anstrebte. So kam es zu einer Entfremdung der beiden Metropoliten und einem Antagonismus, der eskalierte.cite-ref-17[17]

In der ersten öffentlichen Sitzung des Konzils am 8. Oktober 1438 hielt Bessarion die Eröffnungsrede, mit der er sich leidenschaftlich fĂŒr die Einheit der Kirchen einsetzte.cite-ref-18[18] Hinsichtlich der Streitpunkte forderte er eine unbefangene gemeinsame Wahrheitssuche, auf heikle Einzelheiten ging er nicht ein. Anfang November verteidigte er in ausfĂŒhrlichen RedebeitrĂ€gen die orthodoxe Auffassung, der zufolge eine Änderung im Text des Glaubensbekenntnisses sogar dann prinzipiell unzulĂ€ssig wĂ€re, wenn ihre inhaltliche Richtigkeit unstrittig wĂ€re.cite-ref-19[19] Als sich die Positionen versteiften, versammelte der Patriarch eine Gruppe orthodoxer WĂŒrdentrĂ€ger, um mit ihnen ohne den Kaiser ĂŒber das weitere Vorgehen zu beraten. Er schlug vor, ultimativ mit Abbruch der Verhandlungen zu drohen und dann bei andauernder Unnachgiebigkeit der Gegenseite abzureisen. Nur Bessarion widersprach diesem Plan. Schließlich erzwang der Kaiser, den nur die politischen Folgen interessierten, die Fortsetzung des Konzils.cite-ref-20[20]

In den ersten Monaten des Jahres 1439 hielt Bessarion offiziell an der herkömmlichen orthodoxen Position fest, doch nach den ersten Februartagen meldete er sich nur noch selten zu Wort und zeigte zunehmend Interesse und VerstĂ€ndnis fĂŒr die AusfĂŒhrungen der Gegenseite. Der Grund fĂŒr diese ZurĂŒckhaltung war, dass ihn die Argumentation der „Lateiner“, der lateinischsprachigen westkirchlichen Theologen, zum Überdenken seines Standpunkts bewog. Insbesondere die AusfĂŒhrungen des Kardinals Giuliano Cesarini beeindruckten ihn stark.cite-ref-21[21]

Schon bevor das Konzil im Januar 1439 nach Florenz verlegt wurde, hatte Bessarion begonnen, die Äußerungen der antiken KirchenvĂ€ter – der maßgeblichen AutoritĂ€ten – zu der strittigen Frage grĂŒndlich zu ĂŒberprĂŒfen. Nach langen Studien kam er schließlich zum Ergebnis, dass die Position der Lateiner die besser begrĂŒndete sei und der Konflikt auf ein MissverstĂ€ndnis zurĂŒckzufĂŒhren sei. Dies bestĂ€rkte ihn in seinem Kampf fĂŒr die Union, denn nun sprach aus seiner Sicht nicht nur der politisch-militĂ€rische Sachzwang, sondern auch der theologische Befund voll und ganz fĂŒr die Einigung. In diesem Sinne wirkte er mit Erfolg auf schwankende orthodoxe Bischöfe ein und erreichte, dass die Ablehnungsfront bröckelte.cite-ref-22[22]

Am 13. und 14. April 1439 ergriff Bessarion vor einer Versammlung byzantinischer Bischöfe das Wort, um bei den Zögernden die Bedenken gegen die Union zu zerstreuen. Er argumentierte sowohl theologisch als auch philologisch. Den Streit um das Filioque fĂŒhrte er auf einen scheinbaren Widerspruch zurĂŒck. Er behauptete, der Gegensatz lasse sich durch eine philologische Untersuchung der dogmatischen Aussagen ĂŒberbrĂŒcken. Faktisch liefen seine AusfĂŒhrungen allerdings auf Zustimmung zum römischen Dogma hinaus.cite-ref-23[23]

In den folgenden Wochen trat ein Umschwung ein, unter den byzantinischen Konzilsteilnehmern setzte sich zunehmend der Wille zur Union durch. Bessarion beteiligte sich an der Ausarbeitung der Einigungsformel und warb im orthodoxen Lager intensiv um Zustimmung zu seinem Konzept, das beim Hauptstreitpunkt im Wesentlichen den Vorstellungen der Lateiner entsprach. Schließlich setzte er sich gegen den Widerstand des Markos Eugenikos durch. Sein Einsatz trug maßgeblich dazu bei, dass die Union der Kirchen beschlossen wurde. Gemeinsam mit dem Humanisten Ambrogio Traversari, der die Lateiner vertrat, formulierte er das Konzilsdekret, das die dogmatische Grundlage der Kircheneinheit, auf die man sich verstĂ€ndigt hatte, festhielt. Bei der Vereinigungszeremonie am 6. Juli 1439 proklamierte Bessarion den griechischen Text des Einigungsdokuments, Cesarini den lateinischen.cite-ref-24[24]

Von dem Erfolg war Papst Eugen IV. so beeindruckt, dass er Bessarion eine Pension von jĂ€hrlich 300 Florin gewĂ€hrte, die auf 600 erhöht werden sollte, falls sich der BegĂŒnstigte entschloss, seinen Wohnsitz nach Rom zu verlegen und sich stĂ€ndig an der Kurie aufzuhalten.cite-ref-25[25] Am 19. Oktober 1439 schiffte sich die byzantinische Delegation in Venedig zur Heimreise ein, die mehr als drei Monate in Anspruch nahm. In Konstantinopel fanden die Heimgekehrten eine sehr schlechte Stimmung vor; die Verhandlungsergebnisse wurden von der Bevölkerung mit EntrĂŒstung aufgenommen. Bald stellte sich heraus, dass die Umsetzung der BeschlĂŒsse von Florenz weit schwieriger war als gedacht. Die Union stieß im Volk und im orthodoxen Klerus auf so massiven Widerstand, dass sie faktisch weitgehend wirkungslos blieb.cite-ref-26[26]

Erhebung zum Kardinal und Emigration nach Italien (1439/40)

Nach seiner Heimkehr erfuhr Bessarion, dass der Papst ihn im Konsistorium am 18. Dezember 1439 zum Kardinal erhoben hatte. Die Berufung eines Griechen in das Kardinalskollegium sollte die Union stĂ€rken. Damit war die Entscheidung ĂŒber den weiteren Lebensweg des byzantinischen Metropoliten gefallen, er ĂŒbersiedelte endgĂŒltig nach Italien. Seine unionsfeindlichen Gegner in der Heimat legten ihm die Annahme der Ernennung als Verrat aus.cite-ref-27[27]

Kirchen- und allgemeinpolitische TĂ€tigkeit als Kardinal (1440–1472)

Karriere, PfrĂŒnden und EinkĂŒnfte

Anfangs gehörte Bessarion zur Klasse der Kardinalpriester, das heißt zu den KardinĂ€len, denen in Rom eine Titelkirche zugeteilt wurde. Die seinige war Santi XII Apostoli, die Zwölfapostelkirche. In den ersten Jahren waren seine EinkĂŒnfte fĂŒr einen Kardinal bescheiden, wenngleich er zusĂ€tzlich mit kleineren PfrĂŒnden ausgestattet wurde. Dies Ă€nderte sich, nachdem im MĂ€rz 1447 Nikolaus V., ein eifriger Förderer des Humanismus, den pĂ€pstlichen Thron bestiegen hatte. Nun erhielt der griechische Kardinal zwecks Erhöhung seines Einkommens am 5. Mai 1447 das sĂŒditalienische Erzbistum Manfredonia (Siponto), das er zwei Jahre behielt, und Ende MĂ€rz 1449 bekam er das Bistum Mazara auf Sizilien. Am 5. MĂ€rz 1449 erhob ihn der Papst in den Rang eines Kardinalbischofs. ZunĂ€chst wies er ihm das Kardinalbistum Sabina zu; schon bald darauf, am 23. April, beförderte er ihn zum Kardinalbischof von Tusculum. In dieser Funktion hatte Bessarion eine Sommerresidenz außerhalb der Stadt in der NĂ€he der Kirche San Cesareo. Dabei soll es sich um eine Villa an der Via di Porta S. Sebastiano handeln, die noch heute zu besichtigen ist; die Zuschreibung des erhaltenen GebĂ€udes an Bessarion ist allerdings nicht quellenmĂ€ĂŸig gesichert.cite-ref-28[28] Nach dem Tod Nikolaus’ V. 1455 war das Ansehen des Griechen an der Kurie so groß, dass ein Teil der KardinĂ€le im Konklave erwog, ihn zum Papst zu wĂ€hlen, obwohl er selbst sich nicht darum bemĂŒhte. Nur das Eingreifen des französischen Kardinals Alain de CoĂ«tivy, der angeblich gegen die Wahl eines Griechen polemisierte, soll dies verhindert haben.cite-ref-29[29] Im Jahr 1458 gab Bessarion das Bistum Mazara auf und erhielt dafĂŒr zu seiner Versorgung das spanische Bistum Pamplona, das er bis 1462 behielt. Hinzu kam am 1. April 1463 das Bistum Chalkis auf der griechischen Insel Euböa (italienisch Negroponte), die damals noch von Venedig beherrscht wurde. Überdies wurde Bessarion im FrĂŒhjahr 1463 von Papst Pius II. zum Patriarchen von Konstantinopel im Exil ernannt. Die WĂŒrde eines solchen „Titularpatriarchen“ war nur nominell; im seit 1453 tĂŒrkisch besetzten Konstantinopel amtierte ein orthodoxer, unionsfeindlicher Patriarch. Mit dem Untergang des Byzantinischen Reichs war die Kirchenunion endgĂŒltig gescheitert. Immerhin unterstanden dem Titularpatriarchen die AnhĂ€nger der Union auf den griechischen Inseln, die sich im Besitz Venedigs befanden, insbesondere auf Kreta, wo er ĂŒber GĂŒter verfĂŒgte, deren EinkĂŒnfte ihm zuflossen. Im Oktober 1468 gab Bessarion das Kardinalbistum Tusculum auf und wurde wiederum Kardinalbischof von Sabina.cite-ref-30[30]

Die jĂ€hrlichen EinkĂŒnfte Bessarions aus den PfrĂŒnden, mit denen er im Lauf der Zeit ausgestattet wurde, wuchsen von rund 300 Florin zu Beginn der 1440er Jahre auf rund 4500 Florin Mitte der 1450er Jahre und erreichten 1458 etwa 19.000 Florin. SpĂ€ter sanken sie auf ca. 10.000 Florin. Damit war er fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse kein besonders wohlhabender Kardinal, sondern anfangs arm, spĂ€ter im Mittelfeld (4000 bis 10.000 Florin) und zeitweilig etwas darĂŒber. Reiche KardinĂ€le nahmen jĂ€hrlich 30.000 bis 50.000 Florin ein.cite-ref-31[31]

AktivitĂ€ten unter Eugen IV., Nikolaus V. und Calixt III. (1440–1458)

Die ersten Aufgaben, die Bessarion als Kardinal in Italien ĂŒbernahm, betrafen wiederum die Unionspolitik. Im Dezember 1440 war er wieder in Florenz. Dort tagte weiterhin das Konzil, das sich nun um die Union mit kleineren orientalischen Kirchen bemĂŒhte. Erst als die Kirchenversammlung im September 1443 in den Lateran verlegt wurde, bezog der griechische Kardinal einen Wohnsitz in Rom. Ab der Zeit des Unionsbeschlusses wandte er sich mit einer Reihe von Schriften an seine Landsleute, um sie von der Berechtigung der Kirchenunion zu ĂŒberzeugen und der Publizistik der Gegenseite entgegenzuwirken. Da Kaiser Johannes VIII. außerstande war, die Verwirklichung der Union gegen den Widerstand im Klerus und im Volk durchzusetzen, richtete Bessarion seine Hoffnung auf den Despoten Konstantin von Morea, der spĂ€ter als Konstantin XI. der letzte byzantinische Kaiser wurde. Der Kardinal glaubte, die Halbinsel Morea lasse sich zu einem Bollwerk gegen die TĂŒrken ausbauen, und erteilte dem Despoten entsprechende RatschlĂ€ge. Er stand mit Konstantin in dauerndem Briefwechsel.cite-ref-32[32]

Seinen ersten bedeutenden politischen Auftrag erhielt Bessarion, als ihn Papst Nikolaus V. zum Legaten fĂŒr Bologna, die Romagna und die Mark Ancona ernannte und nach Bologna schickte. Dort nahm der Legat im MĂ€rz 1450 seinen Wohnsitz. Als Vertreter des Papstes war er bevollmĂ€chtigt, fĂŒr diesen zu sprechen und zu handeln. Seine Hauptaufgabe war die Beendigung der politischen Wirren an seinem neuen Wirkensort. Die Stadt Bologna hatte sich vom Kirchenstaat, zu dem sie formal gehörte, faktisch abgelöst und als eigenstĂ€ndige Republik etabliert, in der wilde MachtkĂ€mpfe rivalisierender Geschlechter tobten. Um diesem Zustand ein Ende zu setzen, entsandte der Papst nach seinen Worten Bessarion „wie einen Friedensengel“. DafĂŒr war der Legat als Grieche besonders geeignet, da er in den Parteifehden der Italiener als neutrale Instanz gelten konnte. Es gelang ihm, in Bologna durch eine geschickt ausgleichende Politik den inneren Frieden zu wahren und die pĂ€pstliche AutoritĂ€t zu festigen. Die Stadt verlor ihre außenpolitische Handlungsfreiheit, behielt aber im Inneren zum Teil ihre Autonomie. FĂŒnf Jahre verbrachte Bessarion in Bologna. Er stand in gutem Einvernehmen mit der stĂ€dtischen Verwaltung, mit der er gemeinsam regierte, förderte die Wirtschaft und kĂŒmmerte sich um die Verschönerung mehrerer Kirchen. Wegen der tödlichen Erkrankung Nikolaus’ V. kehrte Bessarion 1455 nach Rom zurĂŒck. In Bologna wurde sein Weggang bedauert, er blieb dort populĂ€r und galt bei den Bolognesen weiterhin als ihr FĂŒrsprecher.cite-ref-33[33]

Eine markante ZĂ€sur in Bessarions Leben bildete die tĂŒrkische Eroberung Konstantinopels im Mai 1453. Der Untergang des Byzantinischen Reichs erschĂŒtterte die westliche Welt. Nikolaus V. und seine Nachfolger Calixt III. (1455–1458) und Pius II. (1458–1464) planten die RĂŒckeroberung und machten die Vorbereitung eines Kreuzzugs zum Hauptinhalt ihrer außenpolitischen AktivitĂ€ten. FĂŒr Bessarion wurde dieses Ziel zum vorrangigen politischen Anliegen, dem er sich in seiner restlichen Lebenszeit unermĂŒdlich widmete. Dabei kam der Republik Venedig eine SchlĂŒsselrolle zu. Im Juli 1453 schrieb der griechische Kardinal dem Dogen Francesco Foscari, der Sultan werde den Balkan einnehmen und dann Italien angreifen, wenn die westliche Christenheit ihm nicht sofort mit geeinten KrĂ€ften entgegentrete, und der Republik drohe der Verlust ihrer Territorien in Griechenland. Diese Warnung blieb jedoch wirkungslos; Venedig schloss mit Sultan Mehmed II. Frieden, um seinen Seehandel zu schĂŒtzen, und akzeptierte dabei die Bedingung, keine militĂ€rischen Unternehmungen gegen das osmanische Reich zu unterstĂŒtzen.cite-ref-34[34]

Bei den KreuzzugsbemĂŒhungen unter Papst Calixt zĂ€hlte Bessarion zu den treibenden KrĂ€ften an der Kurie. Er reiste nach Neapel, um König Alfons V. von AragĂłn (Alfons I. von Neapel und Sizilien) zur Mitwirkung zu bewegen. Der humanistisch gesinnte König empfing den Griechen ehrenvoll und verpflichtete sich zur Teilnahme am Kreuzzug, unternahm dann aber nichts.cite-ref-35[35]

Zusammenwirken mit Pius II. (1458–1464)

Nach Calixts Tod bestieg der angesehene Humanist Enea Silvio de’ Piccolomini als Pius II. den pĂ€pstlichen Thron. Bessarion hatte zwar bei der Papstwahl fĂŒr den französischen Gegenkandidaten Guillaume d’Estouteville gestimmt und seine Entscheidung mit Piccolominis schlechtem Gesundheitszustand begrĂŒndet, wurde dann aber zu einem der wichtigsten Ratgeber und Gehilfen Pius’ II. Gemeinsam trieben sie das Kreuzzugsprojekt voran. Eifrige Helfer, die sich fĂŒr das große Vorhaben einsetzten, waren vor allem die Franziskaner. Zu ihnen hatte Bessarion ein enges VerhĂ€ltnis. Am 10. September 1458 ĂŒbernahm er die Funktion des Kardinalprotektors des Franziskanerordens, dessen Interessenvertreter im Kardinalskollegium er damit wurde.cite-ref-36[36]

Auf Bessarions Rat oder zumindest von ihm bestĂ€rkt lud der Papst die christlichen FĂŒrsten und Stadtrepubliken zu einem Kongress nach Mantua ein, wo im FrĂŒhjahr 1459 ein gemeinsames Vorgehen gegen die TĂŒrken beschlossen werden sollte. Doch als Pius im Mai mit seinem Hof am Tagungsort eintraf, erlebte er eine schwere EnttĂ€uschung: Kein Herrscher nahm persönlich teil, und die Gesandtschaften, die in erster Linie fĂŒr die Wahrung der Interessen ihrer Staaten zu sorgen hatten, trafen erst im Lauf der folgenden Monate ein. Auf der Eröffnungssitzung, die erst im September stattfand, hielt Bessarion eine kĂ€mpferische Rede, in der er die GrĂ€ueltaten bei der Eroberung Konstantinopels schilderte und auf die akute Bedrohung Europas durch den andauernden tĂŒrkischen Vormarsch hinwies. Der Kongress in Mantua, der bis Januar 1460 tagte, endete jedoch mit einem Fehlschlag. Außer AbsichtserklĂ€rungen von zweifelhaftem Wert kam wenig zustande. Das einzige konkrete Ergebnis von Bessarions DrĂ€ngen war die Finanzierung und Aufstellung einer mailĂ€ndischen und pĂ€pstlichen Streitmacht von 300 Mann. Diese Truppe fuhr nach Griechenland und nahm in einem Handstreich die Stadt Patras ein, richtete dann aber nichts mehr aus, sondern beschrĂ€nkte sich auf PlĂŒnderungen.cite-ref-37[37]

Immerhin versprach die Gesandtschaft Kaiser Friedrichs III. in Mantua, ein schlagkrĂ€ftiges Heer von 10.000 Reitern und 32.000 Infanteristen aufzustellen, sofern der deutsche Klerus die Finanzierung des Unternehmens durch einen Zehnten ĂŒbernehmen wĂŒrde. HierfĂŒr waren ReichstagsbeschlĂŒsse erforderlich. Um den einander misstrauenden deutschen FĂŒrsten die Teilnahme am Feldzug zu ermöglichen, planten die VerhandlungsfĂŒhrer eine dreijĂ€hrige Friedenspflicht im Reich durchzusetzen. Den Vorsitz bei zwei Reichstagen in NĂŒrnberg und in Wien sollte ein pĂ€pstlicher Legat ĂŒbernehmen. Mit dieser Aufgabe betraute Pius seinen eifrigen Mitstreiter Bessarion. Er beauftragte ihn, den Frieden unter den FĂŒrsten zu vermitteln und die Bewilligung des Zehnten zu erwirken. Der Legat sollte auch das Heer sammeln und dessen Befehlshaber bestimmen.cite-ref-38[38]

Anfang Februar 1460 trat der gealterte und krĂ€nkliche Kardinal, der von einem Steinleiden geplagt wurde, von Venedig aus die mĂŒhsame winterliche Reise ĂŒber den Brenner an. Im NĂŒrnberger Rathaus eröffnete er am 2. MĂ€rz den Reichstag, zu dem sich nur relativ wenige Teilnehmer eingefunden hatten, mit einer leidenschaftlichen lateinischen Rede in humanistischem Stil. Er verkĂŒndete die Nachricht, dass die tĂŒrkischen Truppen nach Ungarn vorstießen, und legte die Dringlichkeit der Abwehr dar. Ein Haupthindernis waren jedoch die Streitigkeiten unter den FĂŒrsten, die auf eine grĂ¶ĂŸere militĂ€rische Auseinandersetzung im Reich hinauszulaufen drohten. Unter diesen UmstĂ€nden war eine Beschlussfassung zum TĂŒrkenkrieg unmöglich. Unverrichteter Dinge reiste der Legat nach Worms weiter. Dorthin hatte Friedrich III. eine Tagung einberufen, auf der die Mainzer Stiftsfehde zwischen dem Mainzer KurfĂŒrsten Diether von Isenburg und dem Pfalzgrafen Friedrich I. beigelegt werden sollte.cite-ref-39[39]

Erst am 29. MĂ€rz 1460 traf Bessarion in Worms ein, wo die Tagung bereits begonnen hatte. Wiederum wurde nichts erreicht, vielmehr brach der befĂŒrchtete FĂŒrstenkrieg aus. Ein weiteres Problem bildete die Weigerung Diethers, der Kurie die 25.500 rheinischen Gulden zu zahlen, die er ihr fĂŒr die BestĂ€tigung seiner Wahl zum Erzbischof von Mainz und fĂŒr die Verleihung des Palliums schuldete. Als Legat war Bessarion mit der heiklen Aufgabe betraut, diesen Konflikt im Sinne des Papstes zu lösen. Er wagte jedoch kein entschlossenes Vorgehen gegen den mĂ€chtigen Mainzer KurfĂŒrsten. Statt einen Urteilsspruch zu fĂ€llen, begnĂŒgte sich der Legat damit, eine Untersuchung anzuordnen.cite-ref-40[40]

Nach dem eklatanten Misserfolg in Deutschland ging Bessarion nach Wien, wo Friedrich III. residierte. Dort traf er am 4. Mai 1460 ein. Der Kaiser bereitete dem Legaten einen glĂ€nzenden Empfang und vereinbarte mit ihm, dass der Wiener Reichstag zur Beratung ĂŒber den TĂŒrkenkrieg, der gemĂ€ĂŸ den BeschlĂŒssen von Mantua einzuberufen war, am 11. Mai eröffnet werden sollte. Da aber bis dahin kein einziger FĂŒrst erschien und nur wenige Gesandtschaften eintrafen, musste der Beginn auf den 1. September verschoben werden. Schließlich konnte Bessarion am 17. September die Versammlung eröffnen, zu der immerhin dreizehn auswĂ€rtige FĂŒrsten, zehn Erzbischöfe und Bischöfe sowie Gesandte von vierunddreißig StĂ€dten erschienen waren. Die Verhandlungen erwiesen sich als sehr schwierig. Unter den Teilnehmern herrschte allgemein eine widerspenstige Stimmung. Die nördlich der Alpen seit langem verbreitete papstkritische Gesinnung, die sich schon am Konzil von Basel geltend gemacht hatte, prĂ€gte auch hier das Klima. Viele der Anwesenden misstrauten der Kurie und waren gegenĂŒber Geldforderungen aus Rom abweisend.cite-ref-41[41]

Der Reichstag endete mit einem völligen Fehlschlag, man trennte sich im Streit und die Gesandten reisten im Oktober 1460 verĂ€rgert ab. Die GrĂŒnde des Scheiterns wurden von den beiden antagonistischen Seiten unterschiedlich dargestellt. Im antikurialen Lager war man schon ĂŒber die Bitterkeit in Bessarions Eröffnungsrede verstimmt. Vor allem wurde ihm verĂŒbelt, dass er die Zahlung des Zehnten mit massivem Druck erzwingen wolle. Er selbst bestritt dies und schrieb dem Papst, er habe hinsichtlich des Zehnten nur seinen Auftrag ausgefĂŒhrt und sei dabei wegen der gereizten Stimmung in der Versammlung vorsichtig vorgegangen. Die Gesandten beschrieb er als hartnĂ€ckige und hinterlistige Menschen. Auch an den deutschen FĂŒrsten ĂŒbte er scharfe Kritik.cite-ref-42[42]

Nach dem Ende der Verhandlungen wollte der Legat heimkehren, doch auf DrĂ€ngen des Papstes blieb er noch lĂ€ngere Zeit in Wien, um weitere Möglichkeiten zu erkunden. Er erreichte aber hinsichtlich seines Hauptanliegens nichts. Ein zusĂ€tzlicher Auftrag, den der Papst ihm erteilte, war die Vermittlung im Streit zwischen dem Kaiser und König Matthias Corvinus von Ungarn um die ungarische Krone. In dieser schwierigen Mission erzielte er einen Erfolg; es gelang ihm, eine friedliche Einigung anzubahnen. Auch in der Fehde zwischen Friedrich III. und Erzherzog Albrecht VI., der mit Matthias Corvinus verbĂŒndet war, bemĂŒhte sich Bessarion um Schlichtung.cite-ref-43[43] Erst im September 1461 machte sich der Legat auf den Heimweg. Wegen seiner Krankheit, die ihm stark zusetzte, konnte er nur langsam reisen. Überdies war ihm das Geld ausgegangen; er hatte in Wien einen Kredit von 600 Dukaten fĂŒr die RĂŒckreisekosten aufgenommen und musste unterwegs einen Freund bitten, ihm Mittel vorzustrecken. In Venedig wurde ihm ein glĂ€nzender Empfang bereitet. Am 20. November 1461 traf er in Rom ein.cite-ref-44[44]

Nachdem die osmanischen Truppen auch das Despotat Morea und das Kaiserreich Trapezunt erobert hatten und auf dem Balkan weit vorgedrungen waren, trat in der Republik Venedig ein politischer Umschwung ein. Die tĂŒrkische Expansion erfasste auch venezianisches Gebiet und bedrohte den Handel. Daher setzte sich in der FĂŒhrungsschicht der Republik die Auffassung durch, dass die bisherige Friedenspolitik gescheitert und der Krieg unvermeidlich sei. Diese Entwicklung erfreute den Papst und die KardinĂ€le. An der Kurie setzte man große Hoffnungen auf den neuen, ab Mai 1462 amtierenden Dogen Cristoforo Moro, der den Krieg befĂŒrwortete. Moro konnte seinerseits auf Finanzierung des militĂ€rischen Einsatzes durch die Kirche zĂ€hlen. Die Bitte der Republik um Besteuerung des Klerus zu diesem Zweck erfĂŒllte der Papst bereitwillig. Zur Organisation der erforderlichen Maßnahmen wurde Bessarion als Legat nach Venedig geschickt, wo er am 22. Juli 1463 eintraf. Dort erfreute er sich schon lange hohen Ansehens; er betrachtete die Stadt als seine Wahlheimat, identifizierte sich mit ihren Interessen und wurde daher von politischen Beobachtern als Venezianer wahrgenommen.cite-ref-45[45] Die Republik Venedig hatte ihn im Dezember 1461 in den Großen Rat aufgenommen und die Eintragung seines Namens in das Goldene Buch veranlasst. Damit war er in das Patriziat der Stadt eingetreten.cite-ref-46[46] Nun war er beauftragt, die KriegserklĂ€rung der Republik an den Sultan herbeizufĂŒhren, die Finanzierung der RĂŒstung zu sichern und die Planung der Venezianer mit dem pĂ€pstlichen Projekt eines allgemeinen Kreuzzugs zu koordinieren. Sein Wohnsitz war in dieser Zeit das Benediktinerkloster San Giorgio auf der Insel San Giorgio Maggiore.cite-ref-47[47]

Schon Ende Juli gelang es dem Legaten, die Bedenken gegen das Vorhaben zu zerstreuen und gegen den Widerstand der FriedensbefĂŒrworter die Signorie zum Krieg zu bewegen. Zur Finanzierung wurde eine Sondersteuer des Klerus erhoben. Weitere Einnahmensquellen waren der Ablasshandel und der „Dreißigste“, eine kirchliche Steuer, die alle Laien in den italienischen Staaten zu zahlen hatten. Die Einzelheiten der Klerusbesteuerung legte Bessarion fest. Er bestimmte die nach dem Jahreseinkommen abgestufte Höhe der Abgabe. Den nicht Zahlungswilligen wurde die Exkommunikation angedroht. Der Legat hoffte, auf diesem Weg jĂ€hrlich 150.000 bis 200.000 Dukaten einzunehmen.cite-ref-48[48]

WĂ€hrend seiner Legationszeit griff Bessarion in die venezianische Innen- und Außenpolitik ein. Im Einvernehmen mit der Regierung sorgte er dafĂŒr, dass die 1456 von Papst Calixt III. festgelegten judenfeindlichen Bestimmungen, die das Wirtschaftsleben beeintrĂ€chtigten, außer Kraft gesetzt wurden. Den Juden wurde nun ungestörtes Wohnen in der Republik zugesagt, kommerzielle AktivitĂ€t gestattet und Rechtssicherheit fĂŒr ihre GeschĂ€fte gewĂ€hrt. Dabei ging es auch darum, sie vor den ĂŒblichen Angriffen der franziskanischen Kreuzzugsprediger zu schĂŒtzen. FĂŒr den Legaten war das ein heikler Akt, denn beim Geldsammeln war er auf die oft rabiat judenfeindlichen Prediger angewiesen. Zur BegrĂŒndung seiner Entscheidung wies er unter anderem auf die NĂŒtzlichkeit der jĂŒdischen Kreditgeber hin, die ihren Kunden Geld zu niedrigeren Zinsen liehen als christliche Wucherer. Überdies machte er geltend, dass Christen, die Wucherei ausĂŒbten, damit ihr Seelenheil gefĂ€hrdeten; daher sei es sinnvoll, solche GeschĂ€fte den Juden zu ĂŒberlassen. Zwangsbekehrungen zum Christentum wurden untersagt, Beibehaltung der Synagogen und Friedhöfe wurde zugestanden.cite-ref-49[49] Ein außenpolitischer Erfolg des Legaten war der BĂŒndnisvertrag zwischen Venedig und dem Königreich Ungarn, den er im September 1463 zustande brachte.cite-ref-50[50]

UnabhĂ€ngig von dem großen pĂ€pstlichen Kreuzzugsunternehmen kĂ€mpften venezianische Truppen mit wechselndem Erfolg auf Morea, ohne dauerhafte Eroberungen zu erzielen. Das Kreuzfahrerheer sammelte sich in Ancona, wo auch Bessarion mit einer Galeere, die er auf eigene Kosten hatte bauen lassen, im Sommer 1464 eintraf, schon vor der Ankunft des Dogen mit der venezianischen Flotte. Alle Erfolge des Legaten wurden jedoch zunichtegemacht, als Pius II. im August in Ancona starb. Nach seinem Tod waren die KardinĂ€le nicht bereit, das Vorhaben weiter zu verfolgen. Damit war der Kreuzzug schon vor seinem Beginn gescheitert. Immerhin erreichte Bessarion, dass die schon von der Kirche bereitgestellten Schiffe und Geldmittel den Venezianern fĂŒr den Krieg ĂŒbergeben wurden; das Geld, 40.000 Dukaten, war fĂŒr die militĂ€rischen BemĂŒhungen des ungarischen Königs bestimmt.cite-ref-51[51]

Problematisches VerhĂ€ltnis zu Paul II. (1464–1471)

Der nĂ€chste Papst, Paul II., ein Neffe Eugens IV., war von völlig anderem Naturell als sein humanisten- und bildungsfreundlicher VorgĂ€nger Pius II. Dem Humanismus stand er verstĂ€ndnislos gegenĂŒber. Schon bald nach seiner Wahl kam es an der Kurie zu einem Konflikt, als sich herausstellte, dass Paul die schriftlichen Mitbestimmungszusagen, die er dem Kardinalskollegium im Konklave gegeben hatte, aber von vornherein nicht einzuhalten gedachte, rĂŒckgĂ€ngig machen wollte. Mit diesem Ansinnen stieß er im Kollegium auf Empörung. Insbesondere Bessarion, der zu den treibenden KrĂ€ften der Mitbestimmungsinitiative gehört hatte, weigerte sich nachzugeben. Der Papst besaß jedoch ĂŒberlegene Machtmittel und setzte sich durch. Den Widerstand des griechischen Kardinals konnte Paul nur brechen, indem er ihm die Exkommunikation androhte. Dieser Machtkampf fĂŒhrte zwischen ihnen zur Entfremdung. Bessarion zog sich fĂŒr einige Zeit von der Kurie zurĂŒck. Er litt an seiner chronischen Krankheit und suchte Linderung in den BĂ€dern von Viterbo.cite-ref-52[52]

Letzte BemĂŒhungen um den TĂŒrkenkrieg (1470–1472)

Inzwischen setzten die TĂŒrken ihren Vormarsch auf dem Balkan fort. Sie eroberten 1470 auch die griechische Insel Euböa, die zum östlichen Besitz der Republik Venedig gehörte, und richteten dort ein Massaker an.cite-ref-53[53] Diese Entwicklung rief im Abendland großen Schrecken hervor. Nun ergriff Bessarion erneut das Wort. Er entfaltete eine intensive publizistische TĂ€tigkeit, um doch noch einen Kreuzzug in Gang zu bringen. Als im Sommer 1471 nach dem Tod Pauls II. die Papstwahl anstand, galt der griechische Kardinal als aussichtsreicher Kandidat. Vor allem die Republik Venedig setzte sich fĂŒr ihn ein, denn er hatte sich als namhaftester WortfĂŒhrer der Kreuzzugsbewegung profiliert. Im Konklave stimmten sechs der achtzehn teilnehmenden KardinĂ€le fĂŒr ihn. Am Ende wurde jedoch der Franziskaner Francesco della Rovere gewĂ€hlt, der sich Sixtus IV. nannte.cite-ref-54[54]

Der neue Papst war mit Bessarion befreundet und war von ihm protegiert worden. Er begeisterte sich fĂŒr den TĂŒrkenkrieg. Um das Vorhaben voranzubringen, ernannte er fĂŒnf KardinĂ€le zu Legaten und beauftragte sie, in den wichtigsten Staaten fĂŒr den Kreuzzug zu werben. Unter ihnen war Bessarion, dem Sixtus die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Frankreich, England und das Herzogtum Burgund zuwies. Neben dem Kriegsprojekt sollte der Legat in Frankreich auch innen- und kirchenpolitische Probleme lösen. Zeitweilig wollte Bessarion den Auftrag wegen seines schlechten Gesundheitszustands ablehnen, doch schließlich gab er dem DrĂ€ngen des Rektors der Pariser UniversitĂ€t, Guillaume Fichet, nach, zumal da auch vom französischen Königshof Ermutigung kam. Am 20. April 1472 verließ der Legat Rom.cite-ref-55[55]

Unterwegs besuchte Bessarion in Urbino den dortigen Herrscher, den berĂŒhmten Condottiere Federico da Montefeltro, mit dessen Familie ihn seit langem ein freundschaftliches VerhĂ€ltnis verband.cite-ref-56[56] In Bologna, wo er im Mai eintraf, kĂŒmmerte er sich um ein bedeutendes politisches Vorhaben: Er hatte sich der nach Italien geflohenen Angehörigen der byzantinischen Kaiserfamilie angenommen, unter denen ZoĂ« (Sophia) Palaiologina war, die Nichte Konstantins XI., des letzten Kaisers. Sie sollte mit dem russischen GroßfĂŒrsten Iwan III. verheiratet werden. Bessarion, der hinter diesem Plan stand, traf nun Bestimmungen fĂŒr die Eheschließung. Wahrscheinlich ging das Heiratsprojekt auf eine Initiative des Papstes und des griechischen Kardinals zurĂŒck und bezweckte die Einbindung des GroßfĂŒrsten in eine antitĂŒrkische Allianz. Die VermĂ€hlung, die mehr im pĂ€pstlichen als im russischen Interesse lag, wurde noch im selben Jahr vollzogen.cite-ref-57[57]

WĂ€hrend Bessarion noch unterwegs war, brach ein Krieg zwischen dem französischen König Ludwig XI. und Herzog Karl dem KĂŒhnen von Burgund aus. Am Kreuzzug war Ludwig ĂŒberhaupt nicht interessiert, ihm ging es um kirchliche UnterstĂŒtzung im Kampf gegen Karl und den mit dem Burgunder verbĂŒndeten Herzog der Bretagne, Franz II. Außerdem misstraute er dem pĂ€pstlichen Gesandten, denn dieser hatte sich als neutrale Instanz um Vermittlung zu bemĂŒhen, was ihn dem Verdacht aussetzte, mit Karl dem KĂŒhnen zu sympathisieren. Diesen Verdacht hatte der mailĂ€ndische Herzog Galeazzo Maria Sforza am französischen Hof genĂ€hrt; Sforza war ein Gegner des Burgunders, und ĂŒberdies bestand eine traditionelle RivalitĂ€t zwischen Mailand und Bessarions Wahlheimat Venedig. Der von Sforza gewarnte französische König empfing den Legaten kĂŒhl und gewĂ€hrte ihm nur eine einzige Audienz. Vom Kreuzzug scheint bei der Zusammenkunft gar nicht die Rede gewesen zu sein. Ludwig verlangte die Exkommunikation seiner Gegner, falls sie den Kampf nicht einstellten. Darauf ließ sich Bessarion nicht ein.cite-ref-58[58] Ohne hinsichtlich seines Hauptanliegens etwas erreicht zu haben, trat der Legat die Heimreise an. Auf seine geplante Begegnung mit Karl dem KĂŒhnen, der ihn der Parteinahme fĂŒr die Gegenseite verdĂ€chtigte, verzichtete er. So scheiterte sein letzter Versuch, fĂŒr den Kreuzzug etwas auszurichten.cite-ref-59[59]

Humanismus

Erst in Italien erwarb Bessarion solide Lateinkenntnisse und erlernte die italienische Sprache. Schon bald nach der Emigration konnte er sich wie ein westlicher Humanist fließend lateinisch ausdrĂŒcken. Dabei bewĂ€hrte er sich als guter, aber nicht ĂŒberragender Stilist. Nach seinem eigenen Urteil war es fĂŒr einen Griechen kaum möglich, mit derselben Gewandtheit wie die Italiener Latein zu schreiben.cite-ref-60[60]

Der Streit um das Filioque bewog Bessarion zu einer textkritischen Untersuchung, die er auf ungewöhnlich grĂŒndliche und systematische Weise durchfĂŒhrte. Das Ziel war die KlĂ€rung der umstrittenen Frage nach der Meinung des spĂ€tantiken Kirchenvaters Basilius von Caesarea, der im Westen wie im Osten als ĂŒberragende AutoritĂ€t galt und bei den Orthodoxen höchstes Ansehen genoss. Strittig war die Echtheit einer Stelle in Basilius’ Streitschrift gegen den Arianer Eunomius, deren ĂŒberlieferter Wortlaut ein eindeutiges Bekenntnis des Kirchenvaters zum römischen Dogma erkennen ließ. Die orthodoxen Theologen verwarfen diese Stelle als Interpolation; sie behaupteten, die fraglichen Worte seien von einem FĂ€lscher nachtrĂ€glich eingefĂŒgt worden. Nach seiner RĂŒckkehr von den Konzilsverhandlungen ließ Bessarion alle in den byzantinischen Klöstern auffindbaren Handschriften ermitteln. Seinen Angaben zufolge stellte sich heraus, dass die strittigen Worte in sĂ€mtlichen alten Codices standen, die vor der Kirchenspaltung des 11. Jahrhunderts entstanden waren. In den spĂ€ter angefertigten Abschriften hingegen fehlte die Stelle. Überdies fand Bessarion heraus, dass die aus orthodoxer Sicht anstĂ¶ĂŸigen Worte in zwei alten Handschriften getilgt worden waren; in der einen waren sie radiert, in der anderen mit Tinte ĂŒbergossen. Damit war fĂŒr ihn die AuthentizitĂ€t der Textstelle und die spĂ€tere vorsĂ€tzliche VerfĂ€lschung des Wortlauts erwiesen. ZusĂ€tzlich verteidigte Bessarion die Echtheit mit einer stilistischen Argumentation.cite-ref-61[61]

Schon wĂ€hrend der Zeit in Bologna in den 1450er Jahren wurde die Bezeichnung „Akademie“ fĂŒr eine Gruppe von Intellektuellen um Bessarion verwendet. SpĂ€ter scharte der Kardinal in Rom in seinem Haus einen Kreis von Gelehrten um sich, der gelegentlich als seine „Akademie“ bezeichnet wurde. Darunter waren namhafte Humanisten wie der Historiker und ArchĂ€ologe Flavio Biondo, die GrĂ€zisten Francesco Filelfo und Theodorus Gaza, der Handschriftenforscher Poggio Bracciolini und der Historiker und pĂ€pstliche Bibliothekar Bartolomeo Platina. Manche „Akademiker“ hielten sich allerdings nur zeitweilig in Rom auf. Zu Bessarions Umkreis gehörte auch der streitlustige Philologe Lorenzo Valla, der 1448 nach Rom gekommen war. Valla fand dank der FĂŒrsprache des griechischen Kardinals an der Kurie Anstellung, obwohl er in kirchlichen Kreisen sehr umstritten war und der HĂ€resie verdĂ€chtigt wurde. Im Haus des Kardinals verkehrte auch der Aristoteliker Georgios Trapezuntios, der spĂ€ter in einer heftigen Kontroverse um Platon und Aristoteles sein Widersacher wurde. Besonders eng befreundet war Bessarion mit dem Humanisten Giacomo Ammanati, dessen Aufnahme ins Kardinalskollegium er bei Pius II. erwirkte.cite-ref-62[62]

Brieflich pflegte Bessarion den Gedankenaustausch mit fĂŒhrenden auswĂ€rtigen Intellektuellen. Seine Korrespondenz mit Guillaume Fichet, dem Rektor der Pariser UniversitĂ€t, zeigt das Ansehen, dessen er sich auch im fernen Ausland erfreute. Unter seinen Briefpartnern waren so gegensĂ€tzliche Persönlichkeiten wie der spirituell orientierte Philosoph Marsilio Ficinocite-ref-63[63] und der Dichter Antonio Beccadelli, der mit obszönen Epigrammen Aufsehen erregte. Die Unbefangenheit seines Umgangs mit aus kirchlicher Sicht höchst suspekten Personen war fĂŒr einen Kardinal ungewöhnlich. Vorurteilslos verkehrte er mit dem als schamlos verrufenen Erotiker Beccadelli, dem Papsttumskritiker Valla und dem antichristlichen Plethon. Nicht einmal Plethons scharfe Polemik gegen die römische Kirche und die Kirchenunion dĂ€mpfte Bessarions Begeisterung fĂŒr seinen alten Philosophielehrer, dessen Söhnen er nach dem Tod ihres Vaters Unterhaltszahlungen zukommen ließ. Auch im Humanistenstreit um den Vorrang der platonischen oder der aristotelischen Philosophie, in dem er den Platonismus nachdrĂŒcklich verteidigte, zeigte sich seine Unvoreingenommenheit; er Ă€ußerte WertschĂ€tzung fĂŒr das Denken des Aristoteles, der „unser Lehrer in jeder Wissenschaft“ sei, und kritisierte antiaristotelische Polemik, die ihm unangemessen schien. Wie die spĂ€tantiken Neuplatoniker folgte er einem harmonisierenden Ansatz.cite-ref-64[64]

WĂ€hrend seiner mehrjĂ€hrigen Legation in Bologna legte Bessarion besonderes Gewicht auf die Förderung der dortigen traditionsreichen UniversitĂ€t. Er erneuerte ihre Statuten, berief fĂ€hige Professoren und kĂŒmmerte sich um deren Besoldung, unterstĂŒtzte arme Studenten und traf bauliche Maßnahmen. Allerdings gelang es ihm nicht, eine Senkung der außergewöhnlich hohen PrĂŒfungsgebĂŒhren durchzusetzen. Unter den Gelehrten, die er nach Bologna holte, war der junge Humanist NiccolĂČ Perotti, der zunĂ€chst die Aufgabe ĂŒbernahm, an der UniversitĂ€t Poetik und Rhetorik zu lehren, und 1453 Bessarions SekretĂ€r und Vertrauter wurde. Außerdem sorgte der Legat fĂŒr die kĂŒnstlerische Gestaltung kirchlicher RĂ€ume, er gab bei Galasso Galassi Fresken in Auftrag. Ferner soll er in Bologna die erste öffentliche Uhr installiert haben.cite-ref-65[65]

Mit dem fĂŒr klassische Bildung begeisterten Papst Nikolaus V. pflegte Bessarion den geistigen Austausch. Er unterstĂŒtzte ihn beim Ausbau der pĂ€pstlichen Bibliothek, indem er griechische Handschriften aus Trapezunt beschaffte. Auf seine Anregung entschloss sich Nikolaus zur Förderung des großen Projekts einer lateinischen GesamtĂŒbersetzung der Schriften des Aristoteles. Bessarion hatte diese Aufgabe bereits in Angriff genommen; auf seinen Vorschlag betraute der Papst den byzantinischen Humanisten Theodorus Gaza mit der Fortsetzung der Arbeit.cite-ref-66[66]

Bei seinem Aufenthalt in Wien suchte Bessarion den Kontakt zu den dort lehrenden Professoren. Vor allem begann er eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den bedeutenden Astronomen Georg von Peuerbach und Johannes MĂŒller (Regiomontanus). Auf Anregung des Kardinals ĂŒbernahm zunĂ€chst Peuerbach die Aufgabe, eine bearbeitete lateinische Fassung des als Almagest bekannten großen astronomischen Handbuchs des antiken Gelehrten Klaudios Ptolemaios zu erstellen. Als die Wiener Legation endete, war Peuerbach nicht mehr am Leben, doch Regiomontanus folgte Bessarions Einladung, ihn nach Rom zu begleiten, und brachte dort die Arbeit zum Abschluss.cite-ref-67[67]

Ein weiteres Anliegen Bessarions war die Betreuung und Förderung der byzantinischen Gelehrten und Schriftsteller, die infolge der tĂŒrkischen Eroberung ihrer Heimat emigrierten. Zu den FlĂŒchtlingen, die er bei der BegrĂŒndung einer neuen Existenz im Exil unterstĂŒtzte, zĂ€hlten Theodorus Gaza und Konstantin Laskaris. Mit Gaza war er eng befreundet. Außerdem sorgte er fĂŒr den Freikauf byzantinischer Gefangener des Sultans.cite-ref-68[68]

Als Paul II. gegen den Gelehrtenkreis des Altertumswissenschaftlers Julius Pomponius Laetus vorging und einige Humanisten aus dieser Gemeinschaft, die er der Verschwörung und HĂ€resie verdĂ€chtigte, verhaften ließ, setzte sich Bessarion fĂŒr die Festgenommenen ein. Eine prominente Gestalt unter den eingekerkerten Gelehrten, Bartolomeo Platina, gehörte zu Bessarions Umfeld, und auch Julius Pomponius Laetus hatte im Haus des Griechen verkehrt. Nach einiger Zeit gelang es den humanistisch gesinnten KardinĂ€len, den HĂ€ftlingen Erleichterungen zu verschaffen, und schließlich erreichten sie die Freilassung der in Wirklichkeit harmlosen Altertumsfreunde.cite-ref-69[69]

Von herausragender Bedeutung fĂŒr die Rezeption griechischer Literatur im Abendland war Bessarions Bibliothek. Den Anstoß zum BĂŒchersammeln gab dem Kardinal die Eroberung Konstantinopels. Sie bewog ihn zu dem Projekt, das geistige Erbe des Griechentums, das bisher in der Hauptstadt des Byzantinischen Reichs bewahrt worden war, zu retten und an einem sicheren Ort den Gebildeten zugĂ€nglich zu machen. Zu diesem Zweck kaufte er in der griechischsprachigen Welt systematisch Handschriften. Was er nicht kĂ€uflich erwerben konnte, ließ er abschreiben. Mit Vorliebe stellte er die gesammelten Werke eines Autors in einem luxuriösen Prachtband zusammen.cite-ref-70[70] So schuf er in seiner Privatbibliothek die grĂ¶ĂŸte Sammlung griechischer BĂŒcher im Westen. Manche davon waren selten oder ĂŒberhaupt nur durch sein Exemplar bekannt. Dutzende von Codices schrieb er ganz oder großenteils selbst, viele versah er mit eigenhĂ€ndigen Anmerkungen und Textverbesserungen. Fachliteratur dominierte gegenĂŒber der unterreprĂ€sentierten Belletristik. Einen Sammelschwerpunkt bildeten mathematische und astronomische Werke. Unter den lateinischen BĂŒchern war scholastische Literatur stark vertreten. Im Jahr 1468 schenkte er die Bibliothek der Kirche San Marco und damit der Republik Venedig, die San Marco verwaltete. Zu diesem Zeitpunkt umfasste sie laut seinem Katalog 746 Handschriften, darunter 482 griechische. SpĂ€ter kamen noch Hunderte von BĂŒchern hinzu; insgesamt bestand die Schenkung aus mehr als 1100 Handschriften und Inkunabeln. Der MĂ€zen machte zur Bedingung, dass die Sammlung der Öffentlichkeit zugĂ€nglich sein musste und dass kein Buch verĂ€ußert oder zeitweilig aus Venedig weggebracht werden durfte. Ausleihe innerhalb der Stadt gegen Pfand sollte möglich sein. Die Schenkung bildete den Grundstock der spĂ€ter berĂŒhmten Biblioteca Marciana. Manche Codices aus diesem Bestand sind fĂŒr die TextĂŒberlieferung der antiken griechischen Literatur von großer Bedeutung. Der Verleger Aldo Manuzio verwendete einige der Handschriften aus der Schenkung Bessarions fĂŒr seine Klassikerausgaben.cite-ref-71[71]

Ein wichtiges BetĂ€tigungsfeld Bessarions war die Textkritik, die philologische Untersuchung der ĂŒberlieferten Fassungen eines Textes. Auf diesem Gebiet verfĂŒgte er ĂŒber betrĂ€chtliche Kompetenz. Die verfĂŒgbaren Handschriften eines Werks wurden kopiert, die Abschriften dann kollationiert und korrigiert. Danach wurde eine Reinschrift erstellt und nötigenfalls erneut korrigiert. So entstand eine optimierte Version, die dann mit dem Vermerk „korrigierte Handschrift“ (codex correctus) oder „bestes Buch“ (lateinisch liber optimus, griechisch biblĂ­on ĂĄriston) versehen wurde.cite-ref-72[72]

Bessarion ließ eine Reihe luxuriöser liturgischer Codices anfertigen. Darunter waren ChoralbĂŒcher, die nach seinem Willen in den Besitz des Franziskanerkonvents in Cesena gelangten. Sie zĂ€hlen zu den bedeutendsten Produkten der norditalienischen Buchkunst um die Mitte des 15. Jahrhunderts.cite-ref-73[73] Nach der Aufhebung des Klosters im 19. Jahrhundert kamen sieben ChoralbĂŒcher in die Biblioteca Malatestiana.cite-ref-74[74] Eine weitere Kostbarkeit ist Bessarions Staurothek, ein prachtvolles byzantinisches Reliquiar, das er der Bruderschaft von Santa Maria della CaritĂ  in Venedig schenkte. Dieses Kultobjekt befindet sich heute in den Gallerie dell’Accademia. Es ist in neuerer Zeit eingehend kunsthistorisch untersucht worden.cite-ref-75[75]

Klosterreform

Ein großes Aufgabenfeld war die Reform des „basilianischen“ Mönchtums in SĂŒditalien. Dort lebten viele Mönche in Klöstern, in denen die Liturgie traditionell nach griechischem Ritus gefeiert wurde, obwohl sie zur römischen Kirche gehörten. Da die Anweisungen des Basilius von Caesarea die Grundlage des monastischen Lebens bildeten, spricht man von Basilianern. Der materielle und spirituelle Niedergang in diesen Gemeinschaften hatte zu Reformbedarf gefĂŒhrt. Als gelehrter byzantinischer Mönch und Theologe war Bessarion vorzĂŒglich qualifiziert, die Probleme in Angriff zu nehmen. Er ĂŒbernahm die ZustĂ€ndigkeit dafĂŒr. Zur Beschlussfassung ĂŒber Reformschritte hielt er im November 1446 in seiner römischen Titelkirche ein Generalkapitel ab, an dem Vertreter der basilianischen Klöster Apuliens, Kalabriens und Siziliens teilnahmen. Im Jahr 1451 erteilte Papst Nikolaus V. dem byzantinischen Kardinal die Vollmacht, alle diese Klöster zu visitieren. Calixt III. ernannte ihn zum Archimandriten von San Salvatore in Messina. Diese PfrĂŒnde behielt Bessarion bis 1462, dann ĂŒbernahm er stattdessen die Funktion des Kommendatarabts von Santa Maria di Grottaferrata, einer berĂŒhmten, aber damals heruntergekommenen griechischen Abtei in Latium. Dort ließ der Kardinal die KlostergebĂ€ude ausbessern und erweitern und sorgte fĂŒr die Sanierung der finanziellen VerhĂ€ltnisse.cite-ref-76[76]

Da die Griechischkenntnisse vieler Basilianer unzulĂ€nglich waren, richtete Bessarion im Kloster San Salvatore in Messina eine Schule fĂŒr griechische Sprache ein, um das Bildungsniveau zu heben. Dort unterrichtete ab 1468 der angesehene Gelehrte Konstantin Laskaris. Außerdem fasste Bessarion die Anweisungen des Basilius fĂŒr das Gemeinschaftsleben in einem griechischen Kompendium zusammen. In einem der griechischen Klöster SĂŒditaliens entdeckte er zwei bisher verschollene antike Werke, das Gedicht Der Raub der Helena des Kolluthos und die Posthomerica des Quintus von Smyrna.cite-ref-77[77]

Tod und Beisetzung

Nach der vergeblichen Legation in Frankreich war Bessarion entmutigt und von seiner Krankheit angegriffen. Auf der Heimreise setzte ihm die anstrengende AlpenĂŒberquerung zu, ĂŒberdies erkrankte er an der Ruhr. Dramatisch geschwĂ€cht musste er die Reise in Ravenna unterbrechen. Dort starb er am 18. November 1472. Es kursierte das GerĂŒcht, er sei vergiftet worden.cite-ref-78[78]

Der Leichnam wurde nach Rom gebracht und in der Basilika der zwölf Apostel, die der Verstorbene einst als Titelkirche erhalten hatte, in der Kapelle der heiligen Eugenia beigesetzt. Die Kapelle hatte Bessarion in den 1460er Jahren wohl durch die Werkstatt Antoniazzo Romanos mit Fresken ausstatten lassen. Reste des Bauwerks und der WandgemÀlde wurden 1959/1960 entdeckt.cite-ref-79[79] Papst Sixtus IV. ehrte seinen Vertrauten durch seine Anwesenheit bei der BegrÀbniszeremonie. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde das Grab beim Umbau der Kirche verlegt. Eine erneute Exhumierung fand 1955 statt. Seit 1957 befinden sich die Gebeine vor der Kapelle des Allerheiligsten Sakraments.cite-ref-80[80]

Äußeres und Bildnisse

Nach seiner Emigration trat Bessarion weiterhin demonstrativ als Grieche auf. Er trug die schwarze griechische Mönchskleidung und den in seiner Heimat verbreiteten langen Bart. Damit erregte er im Westen Aufsehen und auch Anstoß. Angeblich trug sein Äußeres dazu bei, dass er nicht zum Papst gewĂ€hlt wurde. Sein politischer Gegner Gregor Heimburg nannte ihn wegen des Bartes einen Bock.cite-ref-81[81]

Drei PortrĂ€ts Bessarions auf Fresken, die er selbst in Auftrag gab, sind zerstört worden. Eines befand sich in Rom in der Kapelle der heiligen Eugenia, seiner GrabstĂ€tte, ein weiteres, von Bramantino ausgefĂŒhrtes, im Vatikan; das dritte wurde von Galasso Galassi in der Kapelle des heiligen Benedikt in der Bologneser Kirche Madonna del Monte gemalt. Ein von dem Venezianer KĂŒnstler Gentile Bellini stammendes Bildnis des betenden Kardinals, das ursprĂŒnglich eine TabernakeltĂŒr zierte, wurde 2002 von der Londoner Nationalgalerie erworben. Er erscheint hier als einfacher Mönch in schlichtem Gewand ohne die Attribute seiner WĂŒrde als Kardinal und Patriarch. Ein weiteres von Bellini gemaltes PortrĂ€t, das ihn mit seiner Staurothek zeigte, ist nicht erhalten geblieben, doch eine Kopie, die im 16. Jahrhundert nach dem Verlust des Originals aus dem GedĂ€chtnis angefertigt wurde, ist im Besitz der Gallerie dell’Accademia in Venedig.cite-ref-82[82] Vernichtet ist ein Fresko Bellinis im Dogenpalast von Venedig.cite-ref-83[83] Nach Bessarions Tod ließ Federico da Montefeltro den Verstorbenen zusammen mit anderen berĂŒhmten Persönlichkeiten auf einer Holztafel im Herzogspalast von Urbino abbilden. Dieses Bild, das heute im Louvre zu sehen ist, stammt von Justus van Gent und Pedro Berruguete.cite-ref-84[84] Auf dem von Paolo Romano geschaffenen Grabmonument fĂŒr Papst Pius II., das sich heute in der Kirche Sant’Andrea della Valle befindet, ist Bessarion auf einem Flachrelief zu sehen.cite-ref-85[85] Ferner kniet auf einem 1502 angefertigten GemĂ€lde von Vittore Carpaccio in der Scuola di San Giorgio degli Schiavoni in Venedig ein greiser Mönch mit Brille, der die ZĂŒge des Kardinals trĂ€gt, in einer Gruppe von Trauernden.cite-ref-86[86]

Zwei von Bessarions ChoralbĂŒchern in der Biblioteca Malatestiana in Cesena enthalten je ein Profilbildnis des Kardinals, das ihn kniend im Gebet zeigt. Außerdem ist er auf einigen weiteren Buchmalereien zu sehen, darunter eine von Gioacchino di Giovanni (de Gigantibus) in einem Codex aus den 1470er Jahren. Dort ist Bessarion mit König Ferdinand I. von Neapel abgebildet.cite-ref-87[87]

Silvia Ronchey hat 2008 eine grĂŒndliche ikonographische Untersuchung vorgelegt. Nach ihrem Urteil unterscheiden sich die Bildnisse, die im zeitgenössischen venezianischen Umfeld entstanden, von den ĂŒbrigen durch eine auffĂ€llige HĂ€sslichkeit. Sie seien geradezu grotesk. In Wirklichkeit sei Bessarion jedoch nach dem Quellenbefund eine glanzvolle und faszinierende Erscheinung gewesen, und dies werde von den andernorts entstandenen PortrĂ€ts bestĂ€tigt. Ronchey meint, in der unvorteilhaften Darstellung durch venezianische KĂŒnstler spiegle sich die ambivalente, teils distanzierte und sarkastische Einstellung von Teilen der stĂ€dtischen Aristokratie gegenĂŒber dem eingebĂŒrgerten Griechen.cite-ref-88[88]

Werke

Bessarions bekanntestes Werk ist seine großangelegte Verteidigung Platons und des Platonismus gegen aristotelische Kritik. Ansonsten verfasste er hauptsĂ€chlich Stellungnahmen zu theologischen Fragen sowie Reden. Hinzu kommt seine umfangreiche Korrespondenz. Ferner ĂŒbersetzte er antikes philosophisches und theologisches Schrifttum sowie eigene Werke aus dem Griechischen ins Lateinische. Er pflegte seine Schriften zuerst griechisch abzufassen und spĂ€ter fĂŒr das lateinischsprachige Lesepublikum zu ĂŒbersetzen oder ĂŒbersetzen zu lassen. Um den hohen stilistischen AnsprĂŒchen der Humanisten an lateinische Texte zu genĂŒgen, bediente er sich beim Übersetzen der Hilfe von Mitarbeitern.cite-ref-89[89]

Philosophische Schriften

In calumniatorem Platonis

Im Byzantinischen Reich und unter den Exilbyzantinern war um die Mitte des 15. Jahrhunderts ein Streit zwischen Platonikern und Aristotelikern im Gang, in dem Bessarions Lehrer Plethon der profilierteste Vertreter des Platonismus war. Diesen Konflikt trug der griechische Emigrant Georgios Trapezuntios, der in Italien lebte und lateinisch schrieb, in die westliche Gelehrtenwelt. Er verfasste in den 1450er Jahren eine Kampfschrift, die Comparatio philosophorum Platonis et Aristotelis, in der er die beiden antiken Denker verglich und aus aristotelischer Sicht heftig gegen Platon polemisierte. Dabei ĂŒbte er sowohl an der Lehre als auch am Charakter des ihm verhassten Philosophen vernichtende Kritik und bemĂ€ngelte auch die literarische QualitĂ€t der platonischen Dialoge. Eine seiner Hauptthesen lautete, der Platonismus sei mit dem Christentum unvereinbar, wĂ€hrend der Aristotelismus der christlichen Wahrheit nahe sei. Überdies brachte er vor, Platon habe sich in RĂ€tseln ausgedrĂŒckt und Dunkles und Unwahres geschrieben, statt sich mit den Grundlagen der Logik zu befassen. Er habe GrundsĂ€tze der Ethik missachtet und seine Behauptungen nicht bewiesen. Aristoteles hingegen habe Klarheit geschaffen und die abwegigen Annahmen seines Lehrers durch wirkliche Erkenntnisse ersetzt. Daneben attackierte Trapezuntios auch Plethon, den er mit Platon, Epikur und Mohammed unter die besonders wirkmĂ€chtigen Irrlehrer und VerfĂŒhrer einreihte. Einen aktuellen Bezug stellte er mit der Behauptung her, der platonische Einfluss habe das Griechentum geschwĂ€cht und damit zum Untergang des Byzantinischen Reiches beigetragen. Dieses Schicksal drohe nun auch dem Westen.cite-ref-90[90]

Eine kompetente Stellungnahme zu diesem Angriff war den lateinischsprachigen Humanisten zunĂ€chst kaum möglich, da Platons Lehren im Westen damals noch wenig bekannt waren. Dies Ă€nderte sich erst, als Bessarion eingriff. Er schrieb eine umfangreiche Entgegnung auf Trapezuntios’ Polemik, die Schrift In calumniatorem Platonis (Gegen den Verleumder Platons), die er mehrmals ĂŒberarbeitete und 1469 drucken ließ. Damit bezweckte er die Widerlegung des „Verleumders“, den er nirgends namentlich nannte, und zugleich seine Selbstrechtfertigung als profilierter Platoniker. Es ging ihm aber nicht nur um die aktuelle Herausforderung durch die These, Platonismus sei glaubenswidrig, und deren mögliche Auswirkungen auf sein Ansehen in der Kurie. Vielmehr hatte er ein umfassenderes Ziel im Auge: Als grĂŒndlicher Kenner der antiken Philosophie wollte er die westlichen, des Griechischen unkundigen Gebildeten in Platons Gedankenwelt einfĂŒhren und ihnen die bisher fehlende Gesamtdarstellung des Platonismus in lateinischer Sprache in die Hand geben. Dabei zog er auch neuplatonische Quellen und mittelalterliche Fachliteratur heran. AusfĂŒhrlich ging er auf die einzelnen Wissensgebiete ein, die in Platons Dialogen behandelt werden, wobei er der politischen Theorie besondere Beachtung schenkte. Besonderes Gewicht legte Bessarion auf die ZurĂŒckweisung des gefĂ€hrlichen Vorwurfs, Platon habe HomosexualitĂ€t und PĂ€derastie gebilligt. Aussagen in den Werken des antiken Denkers, deren Wortlaut aus damaliger christlicher Sicht anstĂ¶ĂŸig wirkte, interpretierte der humanistische Verteidiger des Platonismus symbolisch. Er deutete sie nach dem Vorbild der antiken neuplatonischen Kommentartradition als verschlĂŒsselte Hinweise auf verborgene erhabene Wahrheiten. Diese Vorgehensweise diente ihm als wichtiges Instrument bei der EntkrĂ€ftung der Kritik des Trapezuntios, dessen buchstĂ€bliches TextverstĂ€ndnis er als verfehlt erachtete. SorgfĂ€ltig vermied er es, die Verteidigung des Platonismus mit einer unnötigen Abwertung der von Trapezuntios verherrlichten aristotelischen Philosophie zu verbinden. Er stellte Aristoteles als Weiterentwickler des platonischen Gedankenguts dar.cite-ref-91[91]

De natura et arte

Auf eine antiplatonische Schrift des Georgios Trapezuntios reagierte Bessarion wohl im Jahr 1458 mit der Abhandlung De natura et arte (Über die Natur und die Kunst). Diesen Traktat schrieb er zunĂ€chst griechisch; spĂ€ter fĂŒgte er eine lateinische Fassung in die 1469 gedruckte Ausgabe seines Hauptwerks In calumniatorem Platonis ein.cite-ref-92[92]

De natura et arte ist eine Untersuchung des Wirkens der Natur. Erörtert werden die Ansichten der antiken Philosophen ĂŒber die Rolle des Überlegens (to buleĂșesthai) in der Kunstfertigkeit oder Technik (tĂ©chnē) und in der Natur. Es geht um die Fragen, ob die Natur mit einer bewussten Absicht vorgeht, die menschlicher Planung entspricht, also nach vorherigem Überlegen, und ob Kunstfertigkeit oder Technik zwangslĂ€ufig Überlegung erfordert. Den Ausgangspunkt bilden einschlĂ€gige Äußerungen des Aristoteles im zweiten Buch seiner Physik. Dort werden die beiden Fragen verneint. Nach der Auffassung der Platoniker hingegen liegt jedem Naturvorgang eine Überlegung einer göttlichen Instanz zugrunde, und die Natur handelt als Instrument der Gottheit. Bessarion meinte, auch Aristoteles habe die ZweckmĂ€ĂŸigkeit der natĂŒrlichen AblĂ€ufe erkannt. Zwar habe er der Natur ein eigenes Überlegen abgesprochen, doch habe er nicht bestritten, dass ihr Handeln ein ihr ĂŒberlegenes planendes Bewusstsein voraussetze. Letzteres habe er vielmehr annehmen mĂŒssen, denn es ergebe sich als Folgerung aus der von ihm erkannten Zielstrebigkeit des Wirkens der Natur. Somit bestehe kein Widerspruch zwischen der aristotelischen und der platonischen Auffassung. Zur AbstĂŒtzung dieser harmonisierenden Aristotelesinterpretation zog Bessarion die antike peripatetische und neuplatonische Tradition heran; er berief sich auf Alexander von Aphrodisias und Simplikios. Damit widersprach er der Deutung des Trapezuntios, der zufolge Aristoteles eine den NaturvorgĂ€ngen zugrunde liegende Überlegung verwarf und auch die Vorstellung einer göttlichen Planung bei der Schöpfung abwies. Trapezuntios hatte geltend gemacht, Überlegung setze Zweifel und Nichtwissen voraus, Gott sei aber allwissend. Daher gebe es beim Ewigen zwar Zweckbestimmtheit, aber keine Überlegung. Dagegen wandte Bessarion ein, der göttliche Intellekt erfasse den Zweck und die Mittel mit einem einfachen intuitiven Akt und lenke so die Natur. Dieser Denkakt sei hier mit „Überlegung“ gemeint.cite-ref-93[93]

Hinsichtlich der „Überlegung“ in der Kunstfertigkeit oder Technik gelangte Bessarion zu einer differenzierten EinschĂ€tzung. Er befand im Anschluss an Aristoteles, je genauer der Gegenstand einer Technik und die damit verbundene Arbeit bestimmt sei, desto weniger Überlegung benötige sie.cite-ref-94[94]

Theologische Werke

Stellungnahme zu den Gegenreden des Gregorios Palamas

Als Bischof von Nikaia untersuchte Bessarion in einer griechischen Abhandlung die Kontroverse um den Ausgang des Heiligen Geistes. SpĂ€ter setzte er eine lateinische Version auf. Es handelt sich um seine Erwiderung auf die Gegenreden (antirhᾗseis bei Bessarion, nach dem authentischen Titel antepigraphaĂ­), die der Erzbischof Gregorios Palamas im 14. Jahrhundert verfasst hatte, um eine unionsfreundliche Stellungnahme des Patriarchen Johannes XI. Bekkos zu widerlegen. Palamas, der BegrĂŒnder des nach ihm benannten Palamismus, hatte sich im Streit um die Kirchenunion als WortfĂŒhrer der streng orthodoxen Richtung, die jeden Kompromiss ablehnte, profiliert. Bessarion stellte zu den einzelnen Streitpunkten jeweils die Position des Bekkos und die Entgegnung des Palamas zusammen und fĂŒgte dann seine eigene Verteidigung der Auffassung des Patriarchen hinzu. Mit dieser vor dem Abschluss der Verhandlungen des Unionskonzils von Florenz entstandenen Schrift nahm Bessarion bereits eine Haltung ein, die mit dem Dogma der westlichen Kirche vereinbar war.cite-ref-95[95]

Dogmatische Rede

Als Dogmatische Rede ist eine mĂŒndliche, spĂ€ter schriftlich verbreitete Stellungnahme Bessarions zum Filioque bekannt, die er im April 1439 bei einer privaten Zusammenkunft byzantinischer Bischöfe wĂ€hrend des Unionskonzils von Florenz vortrug. Sie ist sowohl im griechischen Original als auch in einer vom Autor angefertigten freien lateinischen Übersetzung ĂŒberliefert. Auf der Vorarbeit aufbauend, die der Patriarch Johannes Bekkos im 13. Jahrhundert geleistet hatte, analysierte Bessarion die Äußerungen der antiken griechischen KirchenvĂ€ter zum Ausgang des Heiligen Geistes. Er untersuchte die Texte unter sprachlichem und logischem Gesichtspunkt. Sein Befund lautete, dass die allgemein verehrten AutoritĂ€ten der KirchenvĂ€terzeit dem Gottessohn eine Mitwirkung zugeschrieben hĂ€tten. Der lateinischen Fassung fĂŒgte er eine ErklĂ€rung (declaratio) bei, in der er seinen westlichen Lesern die Ausdrucksweise der griechischen Theologen erlĂ€uterte.cite-ref-96[96]

Erwiderung auf die Syllogismen des Maximos Planudes

Kurz vor oder bald nach dem Abschluss der Unionsverhandlungen in Florenz schrieb Bessarion in griechischer Sprache eine Untersuchung ĂŒber den Ausgang des Heiligen Geistes, in der er gegen vier Syllogismen des Gelehrten Maximos Planudes argumentierte. Planudes hatte mit den Syllogismen die Lehre der Westkirche angegriffen. Bessarion verzichtete in seiner Erwiderung darauf, seine Position durch Berufung auf die AutoritĂ€t der KirchenvĂ€ter abzustĂŒtzen, und verließ sich nur auf die Überzeugungskraft seiner eigenen Argumente. Um seine AusfĂŒhrungen lebendig zu gestalten, redete er den vor mehr als 120 Jahren verstorbenen Planudes wie einen Lebenden direkt an.cite-ref-97[97]

Dogmatischer Brief an Alexios Laskaris

In den 1440er Jahren richtete Bessarion an den byzantinischen Beamten Alexios Laskaris Philanthropinos ein griechisches Schreiben, das er spĂ€ter der westlichen Öffentlichkeit in einer lateinischen Fassung zur Kenntnis brachte. Laskaris hatte auf dem Unionskonzil zu den Begleitern des Kaisers gehört. Sein Interesse an der Kirchenunion bezog sich primĂ€r auf die politischen Konsequenzen. Bessarion schickte ihm seine Dogmatische Rede und den Brief, in dem er die VorgĂ€nge auf dem Konzil aus seiner Sicht schilderte, sein Verhalten rechtfertigte und fĂŒr das Dogma der Westkirche plĂ€dierte. Nach seiner Darstellung war die sachliche Überlegenheit der Lateiner bei den Verhandlungen so groß, dass ihre Gegner schließlich nichts mehr zu erwidern wussten und schwiegen. Der Kardinal legte eine grĂŒndliche Erörterung der dogmatischen Kontroverse vor, wobei er zentrale Argumente der Gegenseite eingehend behandelte. FĂŒr die Geschichte des Konzils ist der Brief eine wertvolle Quelle.cite-ref-98[98]

Erwiderung auf die Kapitel des Markos Eugenikos

Nach dem Konzil veröffentlichte Markos Eugenikos, Bessarions theologischer Hauptwidersacher, seine Kampfschrift Syllogistische Kapitel. Im Byzantinischen Reich wurden die BefĂŒrworter der Kirchenunion heftig angegriffen und gerieten in die Defensive. Unter starkem Druck musste der unionsfreundliche Patriarch von Konstantinopel, Gregorios III., 1450 Konstantinopel verlassen. Er emigrierte nach Rom, wobei er an seinem Anspruch auf die PatriarchenwĂŒrde festhielt. Um seine Position zu rechtfertigen, veranlasste er die Abfassung einer Entgegnung auf die Syllogistischen Kapitel. Diese griechisch und lateinisch ĂŒberlieferte Antwort (apĂłkrisis), in der auf jedes der 57 Kapitel der gegnerischen Streitschrift ausfĂŒhrlich eingegangen wird, ist das Werk von zwei Autoren: Die Stellungnahmen zu den ersten siebzehn Kapiteln schrieb ein unbekannter griechischer Theologe schon vor der Emigration des Patriarchen, mit den restlichen vierzig Kapiteln setzte sich spĂ€ter Bessarion auseinander. Nur ungern ĂŒbernahm der Kardinal auf DrĂ€ngen des Gregorios diese Aufgabe, der er sich wohl wĂ€hrend seiner Legatur in Bologna widmete. Er hielt, wie aus seinem einleitenden Schreiben an den Auftraggeber ersichtlich ist, eine weitere Wiederholung der lĂ€ngst erschöpfend dargelegten Argumente fĂŒr ĂŒberflĂŒssig, entsprach dann aber doch der Bitte um eine grĂŒndliche Darstellung.cite-ref-99[99]

Philologische Bibelauslegung

Nach der Mitte des 15. Jahrhunderts war ein Streit ĂŒber ein Problem der Bibelauslegung im Gang, an dem sich Humanisten und Theologen beteiligten. Wie in der Kontroverse um Platon waren auch in dieser Auseinandersetzung Bessarion und Georgios Trapezuntios die Hauptkontrahenten. Strittig war die richtige lateinische Wiedergabe einer Stelle im Johannesevangelium. Nach der damals verwendeten Textfassung der Vulgata, der maßgeblichen spĂ€tantiken Übersetzung des griechischen Urtextes, lautet Johannes 21,22 lateinisch „Sic eum volo manere, donec veniam, quid ad te?“, das heißt: „So will ich [Christus], dass er [der Apostel Johannes] bleibt, bis ich komme; was geht das dich an?“ Dabei handelt es sich um einen Fehler; statt sic („so“) muss im lateinischen Text si („wenn“) fĂŒr griechisch ean stehen. Dann erhĂ€lt die Aussage ihren korrekten Inhalt: „Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht das dich an?“ Aus dem fehlerhaften lateinischen Satz folgerte Trapezuntios, dass der Apostel nicht gestorben sei, sondern in Verborgenheit bis zum Ende der Welt weiterlebe. Er hielt es fĂŒr unzulĂ€ssig, den als verbindlich geltenden Text der Vulgata anhand des griechischen Originals zu verĂ€ndern.cite-ref-100[100]

Dazu bezog Bessarion in einer eigens dieser Frage gewidmeten Untersuchung Position. Dabei knĂŒpfte er an textkritische Beobachtungen an, die der römische Gelehrte Nicola Maniacutia im 12. Jahrhundert gemacht hatte. Er bewies mit einer philologischen Argumentation, dass die bisher akzeptierte Übersetzung den Sinn des Satzes verfĂ€lscht und dass das sic nicht durch Umdeutung von ean gerettet werden kann. Daraus folgerte er, eine Konjektur sei unumgĂ€nglich. Aus diesem Anlass ging er auch auf die generelle Problematik der BibelĂŒbersetzung und der Textkritik der lateinischen Bibel ein. Anhand von Beispielen zeigte er die UnzuverlĂ€ssigkeit des gĂ€ngigen Vulgata-Textes. So gelangte er zum Ergebnis, dass es grundsĂ€tzlich legitim sei, die Vulgata anhand der authentischen griechischen Urfassung zu berichtigen.cite-ref-101[101]

Allgemeines Rundschreiben

In den sechziger Jahren des 15. Jahrhunderts war in Konstantinopel die PatriarchenwĂŒrde fest in der Hand der lateinerfeindlichen Richtung, die vom osmanischen Sultan begĂŒnstigt wurde, doch auf manchen griechischen Inseln hatte die Kirchenunion noch AnhĂ€nger, vor allem im venezianischen Machtbereich. Nachdem Pius II. Bessarion zum Patriarchen von Konstantinopel im Exil ernannt hatte, wandte sich dieser mit einem Rundschreiben, das er am 27. Mai 1463 in Viterbo verfasste, an alle Unionsfreunde im Patriarchat. Dieser „allgemeine Brief“ (epistolᾗ katholikᾗ) diente der Verteidigung der Union und der Rechtfertigung des Autors. Bessarion stellte den Standpunkt der römischen Kirche allgemeinverstĂ€ndlich dar. Er begrĂŒndete das Filioque sowie den pĂ€pstlichen Anspruch auf Vorrang gegenĂŒber den östlichen Patriarchen. Dabei brachte er vor, die Christenheit benötige ein einziges Oberhaupt, denn nur eine einheitliche FĂŒhrung könne Ordnung gewĂ€hrleisten. Dass die Einzelherrschaft allen anderen Regierungsformen ĂŒberlegen sei, habe schon Homer festgestellt. Auch Platon und Christus hĂ€tten der Monarchie grundsĂ€tzlich den Vorzug gegeben. Der Untergang des einst ruhmreichen Byzantinischen Reichs sei eine Folge der verhĂ€ngnisvollen Kirchenspaltung, die von machtgierigen Menschen herbeigefĂŒhrt worden sei.cite-ref-102[102]

Abhandlung ĂŒber die Eucharistie

Bessarions Schrift ĂŒber die Eucharistie, ein SpĂ€twerk, liegt sowohl im griechischen Original als auch in einer lateinischen Übersetzung vor. Auch diese Abhandlung ist einem theologischen Streitpunkt zwischen der westlichen und der östlichen Kirche gewidmet, und wiederum ist Markos Eugenikos der Gegner, dessen Ansicht Bessarion entgegentritt. Es geht um die Frage, ob die Epiklese, die Herabrufung des Heiligen Geistes bei der Eucharistie, die Konsekration von Brot und Wein bewirkt, wie die orthodoxe Dogmatik lehrt, oder ob gemĂ€ĂŸ der westkirchlichen Auffassung die Einsetzungsworte den Konsekrationsakt ausmachen. WĂ€hrend die Argumentation des Markos Eugenikos vor allem auf den altkirchlichen Liturgien fußt, beruft sich Bessarion in erster Linie auf die Formulierung der Einsetzungsworte. Er macht geltend, dass die Epiklese in den alten Liturgien unterschiedliche Fassungen aufweise, wĂ€hrend die Konsekrationsworte in den Evangelien einheitlich ĂŒberliefert seien und damit die hier erforderliche grĂ¶ĂŸtmögliche Sicherheit gewĂ€hrleisteten.cite-ref-103[103]

Reden

Schon wĂ€hrend Bessarions Studienzeit in Konstantinopel fiel seine Begabung der Kaiserfamilie auf. Er verfasste eine oft als Grabrede bezeichnete WĂŒrdigung des 1425 gestorbenen Kaisers Manuel II., die aber nicht am Tag der Beerdigung, sondern erst bei einer spĂ€teren Gedenkfeier vorgetragen wurde.cite-ref-104[104] Dieser Auftritt machte am Hof anscheinend Eindruck.cite-ref-105[105] Das Werk ist in einem vom Autor angelegten Sammelband ĂŒberliefert, der unter anderem noch neun weitere griechische Reden enthĂ€lt: eine Lobrede auf den heiligen Bessarion, ein an Kaiser Alexios IV. Komnenos von Trapezunt gerichtetes Enkomion, drei Trauerreden auf Alexios’ 1426 gestorbene Gattin Theodora Komnene,cite-ref-106[106] drei Trostreden an Kaiser Johannes VIII. zum Tod von dessen dritter Frau Maria von Trapezunt, die 1439 verstorben war, und eine fĂŒr den im Exil lebenden Metropoliten Dositheos geschriebene Rede, die der Verteidigung von dessen Anspruch auf seinen Sitz in Trapezunt vor der Synode in Konstantinopel diente.cite-ref-107[107] Außerhalb des Sammelbands sind noch drei weitere rhetorische Werke Bessarions aus der Zeit vor seiner Emigration erhalten geblieben: eine Trauerrede auf Cleopa (Kleope) Malatesta, die 1433 gestorbene Gattin des Despoten Theodoros II. von Morea,cite-ref-108[108] die Eröffnungsrede vom 8. Oktober 1438 am Konzil von Ferrara und die Dogmatische Rede vom April 1439.cite-ref-109[109]

Als Legat in Bologna verfasste der Kardinal eine Lobrede auf Luigi Bentivogli, einen bedeutenden Angehörigen des damals in der Stadt dominierenden Geschlechts. Den Anlass bot die Überreichung eines pĂ€pstlichen Ehrendegens an diesen prominenten BĂŒrger.cite-ref-110[110]

Im Rahmen seiner KreuzzugsbemĂŒhungen trat Bessarion als Redner auf. Überliefert sind die Reden, mit denen er 1459 auf dem Kongress von Mantua und am 2. MĂ€rz 1460 auf dem NĂŒrnberger Reichstag fĂŒr sein Projekt warb, sowie seine Ansprache an die Teilnehmer des Wiener Reichstags von 1460. Nach der tĂŒrkischen Eroberung Euböas schrieb er fiktive Reden an die FĂŒrsten Italiens gegen die TĂŒrken, mit denen er die christlichen Machthaber aufrĂŒtteln wollte. Er legte dar, dass es die Absicht des Sultans sei, Italien zu erobern und dann von dort aus den Rest der Erde zu unterwerfen. Mit seinem Weltherrschaftsplan folge Mehmed II., der Eroberer Konstantinopels, dem Vorbild Alexanders des Großen, den er bewundere. Eine Hauptthese Bessarions lautete, das osmanische Reich sei von Natur aus expansiv, da es seine Fortexistenz nur sichern könne, wenn es sich weiter ausdehne. Mehmed wisse, dass ein Verzicht auf weitere Eroberungen von seinen zahlreichen inneren und Ă€ußeren Feinden als SchwĂ€chezeichen gedeutet wĂŒrde. Daher mĂŒsse er angreifen, um das schon Gewonnene zu sichern. Nur durch immer neue Siege in Europa könne er seine asiatischen Gegner einschĂŒchtern und in Schach halten. Somit sei ein dauerhafter Frieden unmöglich. Den Beweis fĂŒr die Aussichtslosigkeit einer Friedenspolitik liefere die Geschichte; das Scheitern der byzantinischen Versuche, die osmanische Expansion einzudĂ€mmen, demonstriere die Unmöglichkeit friedlicher Koexistenz. Die bisherigen militĂ€rischen Erfolge der TĂŒrken seien von der Zerstrittenheit ihrer Gegner ermöglicht worden, und solcher Zwiespalt sei nun auch in Italien die Ausgangslage. Der religiöse Kontext – die Auseinandersetzung mit dem Islam – tritt in der Darstellung des Kardinals völlig in den Hintergrund. Bessarions Vertrauensmann Guillaume Fichet ließ das rhetorische Werk 1471 in Paris drucken. Fichet schickte die Inkunabel zahlreichen weltlichen und geistlichen Machthabern mit jeweils individuellem Widmungsschreiben. In Venedig erschien im selben Jahr eine von Ludovico Carbone angefertigte italienische Übersetzung.cite-ref-111[111]

Lobschrift auf Trapezunt

Zu den frĂŒhen Werken zĂ€hlt Bessarions griechische Lobschrift auf seine Heimatstadt Trapezunt. Es handelt sich um eine Ekphrasis, die möglicherweise bei einem Aufenthalt des Autors in Trapezunt als Rede vorgetragen wurde. Sie bietet eine detaillierte Beschreibung der verherrlichten Stadt einschließlich der VorstĂ€dte und des Kaiserpalastes auf der Akropolis. Im Gegensatz zu vielen anderen StĂ€dten sei Trapezunt nicht im Niedergang begriffen, sondern werde immer schöner. Dank dem vorzĂŒglichen Hafen, dem besten am Schwarzen Meer, sei die Stadt ein bedeutendes Fernhandelszentrum, und das Handwerk gedeihe. Weitere VorzĂŒge seien das angenehme Klima, der fruchtbare Boden und der fĂŒr den Schiff- und HĂ€userbau wichtige Holzreichtum. AusfĂŒhrlich wird die Geschichte behandelt, schon die Vorgeschichte der StadtgrĂŒndung wird breit ausgemalt. Bessarion hebt hervor, dass Trapezunt niemals von Feinden erobert worden sei.cite-ref-112[112]

Denkschrift fĂŒr den Despoten Konstantin

Einblick in die politische Theorie des byzantinischen Humanisten gibt seine um 1444 als Brief abgefasste Denkschrift an den Despoten von Morea, den kĂŒnftigen Kaiser Konstantin XI. Sie enthĂ€lt seine RatschlĂ€ge fĂŒr die Sicherheit und Wohlfahrt des Despotats. Seine PlĂ€ne beruhten auf der optimistischen, angesichts der damaligen VerhĂ€ltnisse unrealistischen Annahme, dass sich die Halbinsel Morea langfristig gegen die osmanische Expansion verteidigen lasse. Er schlug vor, junge Byzantiner zur Ausbildung nach Italien zu schicken, damit sie spĂ€ter ihre dort erworbenen Fertigkeiten in der Heimat nutzbringend anwenden könnten. In verschiedenen Bereichen der Technik, insbesondere im Schiffsbau, waren die Reste des Byzantinischen Reiches damals arm an Fachleuten, da viele fĂ€hige Techniker bereits emigriert waren. Zu den Maßnahmen, die Bessarion anregte, zĂ€hlen die GrĂŒndung neuer StĂ€dte, die Ausbeutung von NaturschĂ€tzen wie Eisenerz und die Förderung des produzierenden Gewerbes. Die Getreideausfuhr solle verboten werden, um Hungersnöten vorzubeugen.cite-ref-113[113] Um die Kirchenunion fest zu verankern, riet er zu Heiraten byzantinischer Adliger mit westlichen Frauen, die das römische Dogma in Morea heimisch machen wĂŒrden.cite-ref-114[114] Im Gegensatz zu den traditionell dominierenden konservativen Staatslehren, denen zufolge GesetzesĂ€nderungen schĂ€dlich sind und den Staat destabilisieren, plĂ€dierte er fĂŒr legislative FlexibilitĂ€t; er meinte, die Gesetzgebung solle sich pragmatisch den Änderungen der politischen RealitĂ€t anpassen.cite-ref-115[115]

Briefe

Zahlreiche griechische und lateinische Briefe von und an Bessarion sind erhalten geblieben. Er selbst stellte einen Teil seiner Korrespondenz handschriftlich zusammen. Der Inhalt ist teils privat, teils literarisch, philosophisch, theologisch, politisch oder auf seine amtlichen Aufgaben bezogen. Manche Briefe sind wichtige Geschichtsquellen.

Philosophiehistorisch aufschlussreich ist die Korrespondenz, die Bessarion von Italien aus mit Georgios Gemistos Plethon fĂŒhrte. Er befragte seinen ehemaligen Lehrer ĂŒber Probleme des Neuplatonismus und die Meinungsverschiedenheiten der antiken Neuplatoniker. Unter anderem erörterten die beiden Gelehrten die Willensfreiheit. Plethon vertrat im Gegensatz zu Bessarion ein deterministisches Weltbild und meinte, der Wille unterliege einer inneren Notwendigkeit.cite-ref-116[116]

Gutachten ĂŒber die Osterrechnung

Im Jahr 1470 ĂŒberreichte Bessarion Papst Paul II. ein Gutachten ĂŒber die Osterrechnung – die Berechnung des Osterdatums –, das er wohl auf Anregung des Astronomen Regiomontanus und mit dessen UnterstĂŒtzung angefertigt hatte. Das Thema ist die Ermittlung des FrĂŒhlingsvollmonds, von der die Osterrechnung abhĂ€ngt. In dem damals verwendeten julianischen Kalender, der zu viele Schaltjahre enthĂ€lt, hatte sich der kalendarische FrĂŒhlingsbeginn gegenĂŒber dem astronomischen, der FrĂŒhlings-Tagundnachtgleiche, im Lauf der Jahrhunderte um mehrere Tage verschoben. Die Folge war, dass 1470 das Osterfest mehr als einen Monat zu spĂ€t gefeiert wurde. Bessarion wies auf diesen Fehler hin und zeigte damit die Notwendigkeit einer Kalenderreform.cite-ref-117[117]

Lateinische Übersetzungen

Im Rahmen seiner BemĂŒhungen um die Bewahrung und Verbreitung griechischer KulturgĂŒter nahm Bessarion ein großes Gemeinschaftsprojekt in Angriff: die Bereitstellung sĂ€mtlicher Schriften des Aristoteles in neuen lateinischen Übersetzungen, die den Anforderungen der Humanisten genĂŒgen sollten. Den Ausgangspunkt bildete seine Übertragung der Metaphysik des antiken Philosophen, die er im Auftrag des Königs Alfons von Neapel erarbeitete. DafĂŒr verglich er die wortgetreue und daher sprachlich mangelhafte spĂ€tmittelalterliche Übersetzung Wilhelms von Moerbeke mit dem griechischen Text. Wie Moerbeke ĂŒbersetzte er wörtlich und gab der Genauigkeit gegenĂŒber der sprachlichen Eleganz den Vorzug, doch bemĂŒhte er sich um eine etwas flĂŒssigere Ausdrucksweise.cite-ref-118[118]

Außerdem ĂŒbertrug Bessarion die Erinnerungen an Sokrates (Memorabilia) des Schriftstellers Xenophon ins Lateinische. Diese Arbeit widmete er Kardinal Cesarini.cite-ref-119[119] Seinen Reden an die FĂŒrsten Italiens gegen die TĂŒrken fĂŒgte er eine Übersetzung der ersten olynthischen Rede des athenischen Staatsmanns Demosthenes bei, die er angefertigt hatte, um angesichts der tĂŒrkischen Bedrohung auf die AktualitĂ€t der Gedanken des berĂŒhmten antiken Rhetors aufmerksam zu machen. Mit der AnknĂŒpfung an den Widerstand des Atheners gegen die Eroberungspolitik König Philipps II. von Makedonien wollte der Kardinal seinen Aufruf zur Abwehr der osmanischen Expansion in die Tradition eines antiken Freiheitskampfs stellen.cite-ref-120[120]

Auch als Übersetzer zeigte Bessarion ein besonderes Interesse an dem griechischen Kirchenvater Basilius von Caesarea. Er ĂŒbertrug Predigten des spĂ€tantiken Theologen ins Lateinische.cite-ref-121[121]

Totengedichte

Mit Totengedichten in Jamben wĂŒrdigte Bessarion die 1429 gestorbene Italienerin Teodora Tocco, die erste Frau des spĂ€teren Kaisers Konstantin XI., und die 1433 gestorbene Cleopa Malatesta, die italienische Gattin des Despoten Theodoros II. von Morea.cite-ref-122[122] Im Gedicht auf Cleopa ließ er den Witwer Theodoros als Sprecher auftreten und das Band der ehelichen Liebe verherrlichen. In Wirklichkeit war jedoch die Ehe des misogynen Despoten von einem schweren ZerwĂŒrfnis geprĂ€gt gewesen.cite-ref-123[123]

Rezeption

15. Jahrhundert und FrĂŒhe Neuzeit

Dank seinem ausgleichenden Naturell, seinem Fleiß und seinen literarischen FĂ€higkeiten war der byzantinische Emigrant unter den Humanisten beliebt. Seine philologische und altertumswissenschaftliche Kompetenz verschaffte ihm bei den Zeitgenossen hohes Ansehen. In den Schilderungen seiner Verehrer erscheint er als das Idealbild eines Kardinals.cite-ref-124[124] Schon zu Bessarions Lebzeiten verfasste Bartolomeo Platina, der ihm seine Haftentlassung verdankte, eine Lobrede auf ihn, die als biographische Quelle wertvoll ist. Die Trauerrede des Bischofs von Fermo, NiccolĂČ Capranica, beim BegrĂ€bnis bietet weitere Einzelheiten; allerdings wird Capranicas GlaubwĂŒrdigkeit in der Forschung skeptisch beurteilt. Bessarions Freund und SekretĂ€r NiccolĂČ Perotti schrieb eine Biographie, die heute verschollen ist.cite-ref-125[125] Ein weiterer zeitgenössischer Humanist, der Florentiner BuchhĂ€ndler Vespasiano da Bisticci, widmete in seinen Lebensbeschreibungen dem griechischen Gelehrten ein Kapitel. Besonders enthusiastisch Ă€ußerte sich Kardinal Giacomo Ammanati, ein enger Freund. Er rĂŒhmte nach Bessarions Tod den unermĂŒdlichen Eifer des Verstorbenen fĂŒr das Gemeinwohl; ohne ihn sei an der Kurie nichts begonnen und nichts vollendet worden, auf seinen Schultern habe alles geruht.cite-ref-126[126] WertschĂ€tzung fand bei den Zeitgenossen auch die Freigebigkeit des Kardinals, die er vor allem mit der Schenkung seiner kostbaren Bibliothek an die Republik Venedig zeigte. Gasparo da Verona, der Biograph Pauls II., berichtete, Bessarion sei von heiterer GemĂŒtsart gewesen, und Capranica erwĂ€hnte die Fröhlichkeit der GĂ€ste des Humanisten bei der Heimkehr nach den GesprĂ€chen in dessen Haus.cite-ref-127[127]

Lorenzo Valla beschritt mit seiner philologischen Bibelkritik einen Weg, auf dem ihm die Untersuchung des byzantinischen Humanisten ĂŒber die umstrittene Stelle im Johannesevangelium als Muster diente. Von Valla stammt die oft zitierte Bemerkung, Bessarion sei unter den Griechen der grĂ¶ĂŸte Latinist und unter den Lateinern der grĂ¶ĂŸte GrĂ€zist gewesen (inter Graecos Latinissimus, inter Latinos Graecissimus). Diese Worte bezogen sich nicht nur auf die hervorragende Beherrschung beider Sprachen; Valla rĂŒhmte damit zugleich die FĂ€higkeit des Emigranten, sich perfekt in die lateinischsprachige westliche Gelehrtenwelt zu integrieren, ihr das Griechentum nahezubringen und zugleich seinen Landsleuten westliches Denken zu vermitteln.cite-ref-128[128]

Bessarions Hauptwerk In calumniatorem Platonis erschien 1469 in einer fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse hohen Auflage von 300 Exemplaren. Es wurde vom Autor rasch in Italien verbreitet und fand schon zu seinen Lebzeiten viel Beachtung.cite-ref-129[129] Auf die intensive Platonrezeption des spĂ€ten Quattrocento ĂŒbte es epochemachende Wirkung aus. Marsilio Ficino, Francesco Filelfo, Johannes Argyropulos, NiccolĂČ Perotti, Antonio Beccadelli, Naldo Naldi und Ognibene Bonisoli da Lonigo Ă€ußerten sich zustimmend.cite-ref-130[130] Auch im frĂŒhen 16. Jahrhundert war diese Arbeit den einschlĂ€gig interessierten Humanisten bekannt. Der berĂŒhmte venezianische Verleger Aldo Manuzio beschaffte sich ein Manuskript, das wichtige nachtrĂ€gliche ErgĂ€nzungen und Korrekturen des Autors zur Erstausgabe von 1469 enthielt, und brachte 1503 den revidierten Text heraus. In der Folgezeit verdrĂ€ngte die Aldine die frĂŒhere Ausgabe. Sie wurde zum Referenztext in den Debatten, die Platoniker und Aristoteliker im frĂŒhen Cinquecento fĂŒhrten. Neben zustimmenden wurden auch dezidiert kritische Stimmen laut. Ein Kritiker war Agostino Nifo, der Bessarion in seinem erstmals 1511 gedruckten Metaphysicarum disputationum dilucidarium angriff.cite-ref-131[131] Eine Gegenposition vertrat auch der französische Jurist Arnauld Ferron; er veröffentlichte 1557 eine Entgegnung mit dem Titel Pro Aristotele adversum Bessarionem libellus, in der er dem Kardinal Voreingenommenheit gegen Aristoteles vorwarf. In den 1590er Jahren ergriffen Antonio Possevino und Giovan Battisa Crispo, zwei antiplatonisch gesinnte Theologen der Gegenreformation, gegen Bessarion und fĂŒr Georgios Trapezuntios Partei.cite-ref-132[132]

Der mĂ€hrische Humanist Augustinus Moravus sorgte dafĂŒr, dass zwei Werke des Kardinals, der Traktat ĂŒber die Eucharistie und das allgemeine Rundschreiben, im Jahr 1513 in Straßburg gedruckt wurden.cite-ref-133[133]

Eine starke Nachwirkung erzielten im 16. Jahrhundert die Reden an die FĂŒrsten Italiens gegen die TĂŒrken, die zur Gattung der damals beliebten „TĂŒrkenreden“ gehören. Ihre Druckgeschichte lĂ€sst erkennen, dass ihnen anhaltende Beachtung zuteilwurde. Nikolaus Reusner nahm sie 1596 in den zweiten Band seiner Sammlung ausgewĂ€hlter TĂŒrkenreden auf.cite-ref-134[134] Filippo Pigafetta, der eine italienische Übersetzung anfertigte und 1573 herausbrachte, wollte unter dem Eindruck des 1571 errungenen Sieges ĂŒber die tĂŒrkische Flotte in der Seeschlacht von Lepanto auf die andauernde AktualitĂ€t von Bessarions Aufrufen hinweisen. Ebenfalls im Jahr 1573 erschien in Basel eine von Nikolaus Höniger erstellte deutsche Übersetzung.cite-ref-135[135]

Im 17. und 18. Jahrhundert hingegen fand Bessarions Lebenswerk wenig Beachtung. Das Interesse beschrĂ€nkte sich weitgehend auf die Wiedergabe bekannter Fakten in kirchen- und bildungsgeschichtlicher Literatur. Eine neue Biographie erschien erst 1777; ihr Autor, der Abt Luigi Bandini, pries seinen Helden ĂŒberschwĂ€nglich.cite-ref-136[136]

Moderne

In der Moderne setzte die systematische Erforschung von Bessarions Leben und Werk erst spĂ€t und zögerlich ein. Eine lateinische Abhandlung von Jan Conrad Hacke van Mijnden (1840) und eine italienische von Oreste Raggi (1844) brachten keine wesentlichen Erkenntnisse. Georg Voigt, ein einflussreicher Pionier der Renaissance-Forschung, der die byzantinischen Emigranten generell sehr negativ einschĂ€tzte, fĂ€llte ein vernichtendes Urteil. Er befand 1859, die politischen Unternehmungen des Kardinals seien alle „zum Nichtigen und gewöhnlich auch zum LĂ€cherlichen“ umgeschlagen. Außerhalb der gelehrten SphĂ€re sei nichts an ihm zu rĂŒhmen, er habe sich zu Unrecht fĂŒr ein Genie gehalten und sei statt eloquent nur schwatzhaft gewesen.cite-ref-137[137] Wolfgang Maximilian von Goethe legte 1871 eine Materialsammlung ĂŒber Bessarions TĂ€tigkeit in der Zeit des Unionskonzils vor. Sieben Jahre spĂ€ter veröffentlichte Henri Vast eine ausfĂŒhrliche Biographie,cite-ref-138[138] beschrĂ€nkte sich aber weitgehend auf die Zusammenstellung bekannten Materials. Auch eine 1904 publizierte Studie von Rudolf Rochollcite-ref-139[139] fĂŒhrte kaum weiter.cite-ref-140[140]

Überaus lobend urteilte Ludwig von Pastor 1886 in seiner aus dezidiert katholischer Sicht geschriebenen Geschichte der PĂ€pste: Bessarion, „gleich groß als Mensch wie Gelehrter“ und „der letzte bedeutende Grieche vor dem gĂ€nzlichen Verfall seines Volkes“, habe „eine großartige ThĂ€tigkeit zum Besten der Kirche, der Wissenschaft und seines unglĂŒcklichen Volkes“ entfaltet und sich „die allergrĂ¶ĂŸten Verdienste um die Kirche“ erworben.cite-ref-141[141]

Eine neue Grundlage erhielt die Forschung 1923 durch das Erscheinen des ersten Bandes von Ludwig Mohlers umfangreicher, wegweisender Arbeit Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann. Diese Untersuchung, die eine grĂŒndliche biographische Darstellung bietet, ist eine Erweiterung der Dissertation, die der Kirchenhistoriker Mohler 1918 in Freiburg eingereicht hatte. Es folgten 1927 der zweite und 1942 der dritte Band mit Mohlers kritischer Edition von Bessarions Werken und weiterer Quellen. In der Einleitung zur Biographie rĂŒhmte Mohler die altertumswissenschaftliche Kompetenz des byzantinischen Humanisten, „sein schriftstellerisches Können und Schaffen, seine rednerische Begabung“ sowie „seine sittliche WĂŒrde und seine edle Denkweise, sein freundliches, versöhnendes Wesen“. Nicht nur als Gelehrter habe er Hervorragendes geleistet, sondern auch als Kirchenpolitiker sei er seiner Aufgabe glĂ€nzend gewachsen gewesen, und er habe sich als umsichtiger Diplomat bewĂ€hrt. Allerdings habe er in kĂŒhnem Idealismus seine Ziele allzu hoch gesteckt. Mohler wollte zeigen, dass Bessarion sowohl in den theologischen Auseinandersetzungen als auch in der philosophischen Kontroverse um Platon und Aristoteles argumentativ weit ĂŒberlegen gewesen sei.cite-ref-142[142]

In der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts intensivierten sich die BemĂŒhungen um das VerstĂ€ndnis der wissenschaftlichen Leistung und politischen Bedeutung Bessarions betrĂ€chtlich, und im frĂŒhen 21. Jahrhundert macht sich weiterhin ein reges Interesse bemerkbar. Es erschien eine FĂŒlle von Untersuchungen zu einzelnen Aspekten seines Lebens und Wirkens sowie zu seiner Bibliothek. Besonders John Monfasani und Concetta Bianca traten mit vielen Publikationen hervor. Mohlers umfassende Gesamtdarstellung ist dadurch in manchen Einzelheiten ĂŒberholt, wird aber weiterhin als grundlegendes Standardwerk konsultiert. Elpidio Mioni arbeitete an einer neuen Biographie, die jedoch unvollendet blieb; bei seinem Tod im September 1991 war nur der bis zum Jahr 1458 reichende Teil fertig, der dann aus seinem Nachlass veröffentlicht wurde.cite-ref-143[143]

Verwunderung erregte der Umstand, dass Bessarion auch noch als Kardinal an der offen paganen und antichristlichen Haltung seines einstigen Lehrers Plethon keinen Anstoß nahm und nach dessen Tod den Söhnen des Verstorbenen ein Kondolenzschreiben sandte, in dem er selbst die pagane Terminologie verwendete. Er schrieb dort unter anderem, Plethon sei in den Himmel zu den Olympischen Göttern aufgestiegen und gebe sich nun dort dem Iakchos-Tanz hin. François Masai untersuchte 1956 diesen Aspekt von Bessarions ReligiositĂ€t. Er sah darin ein extremes Beispiel fĂŒr die Unbefangenheit und UnbekĂŒmmertheit, mit der in der Renaissance auch im hohen Klerus paganes Gedankengut rezipiert wurde.cite-ref-144[144] Vojtěch HladkĂœ befand 2014, der in der Forschung oft erörterte Brief sei wahrscheinlich zur Veröffentlichung bestimmt gewesen. Ein erhabener „heidnischer“ Stil mit mythologischen Anspielungen sei sowohl bei byzantinischen als auch bei westlichen Humanisten gĂ€ngig gewesen und solle daher nicht ĂŒberbewertet werden.cite-ref-145[145]

Ein oft erörtertes Forschungsthema ist die Frage, inwieweit Bessarions Übertritt zum Glauben der römischen Kirche von allgemeinpolitischen ErwĂ€gungen beeinflusst war. Nach einer verbreiteten Deutungsrichtung war der spektakulĂ€re Schritt eine zumindest teilweise theologisch motivierte Überzeugungstat. Demnach wurde der Konfessionswechsel dadurch ermöglicht, dass die Argumente der westlichen Theologen dem Byzantiner tatsĂ€chlich einleuchteten, unabhĂ€ngig davon, dass er auch wegen der politisch-militĂ€rischen Lage seiner Heimat den Zusammenschluss der Kirchen unter westlicher FĂŒhrung wĂ€rmstens befĂŒrwortete. Diesem ErklĂ€rungsansatz widersprechen jedoch skeptische und negative EinschĂ€tzungen von Bessarions theologischer Aufrichtigkeit, die insbesondere in Griechenland gĂ€ngig sind. Dort wird gewöhnlich seine Abwendung von der Orthodoxie als politischer Akt betrachtet, auf NĂŒtzlichkeitserwĂ€gungen zurĂŒckgefĂŒhrt und demgemĂ€ĂŸ bewertet. In kirchlich orientierten orthodoxen Kreisen wird der Übertritt seit dem SpĂ€tmittelalter als Verrat aus Opportunismus und Ehrgeiz verurteilt.cite-ref-146[146] Eine andere Sichtweise machte sich in griechischen EnzyklopĂ€dien des 20. Jahrhunderts geltend, in denen Bessarion als ein VorlĂ€ufer der nationalen Freiheit und Vertreter der KontinuitĂ€t der griechischen Nation anerkannt wurde. Nach der Meinung mancher griechischer Beurteiler opferte er als Patriot den orthodoxen Glauben, um sein Land zu retten.cite-ref-147[147] Beispielsweise befand Polychronis Enepekides 1976, der Metropolit von Nikaia habe „die grĂ¶ĂŸere Gefahr fĂŒr das Christentum und Europa“ erkannt; diese sei nicht die Lehre der katholischen Kirche vom Ausgang des Heiligen Geistes gewesen, sondern die „lawinenartig zunehmende Macht der Osmanen“.cite-ref-148[148] Johannes Irmscher gelangte 1976 zum Ergebnis, Bessarion sei „ein wahrhafter Patriot seines Volkes“ gewesen. Als solcher habe er die Kirchenunion als unumgĂ€ngliche Notwendigkeit in Kauf genommen.cite-ref-149[149] In der italienischen Byzantinistik vertritt Silvia Ronchey dezidiert die Hypothese einer rein politischen Motivation. Sie beschreibt Bessarion als Pragmatiker, dessen „Kehre“ einen Höhepunkt opportunistischer „Realpolitik“ in der byzantinischen Geschichte darstelle.cite-ref-150[150]

Eine umstrittene Forschungshypothese besagt, Bessarion habe schon frĂŒh ein grundlegendes Dogma des Palamismus verworfen und sich damit der orthodoxen Konfession entfremdet. Er habe sich gegen die Lehre des Gregorios Palamas entschieden, der zufolge ein realer Unterschied zwischen dem Wesen und den Energien Gottes besteht. Mit dieser Ablehnung einer offiziell verbindlichen Doktrin der orthodoxen Kirche sei bei ihm bereits vor seiner Bekehrung zum römischen Glauben eine innere Distanz zum Anspruch der Orthodoxie auf irrtumsfreien Wahrheitsbesitz entstanden. Diese von Joseph Gillcite-ref-151[151] und Edward Stormoncite-ref-152[152] vertretene Hypothese wird von AndrĂ© de Halleux als unzulĂ€nglich begrĂŒndet zurĂŒckgewiesen.cite-ref-153[153]

An der UniversitĂ€t MĂŒnchen fand im Juli 2011 eine internationale Tagung ĂŒber „Bessarion im Wechselspiel kultureller Integration“ statt. Die Ausgangsfrage lautete, inwieweit das in der Gestalt des griechischen Kardinals prĂ€gnant greifbare Aufeinandertreffen östlicher und westlicher Kultur mit dem Konzept „Integration“ nachvollzogen und verstanden werden kann. Dabei wurde „Integration“ als „Aufnehmen eines ‚Fremden‘ in ein bestehendes kulturelles Umfeld bei gleichzeitiger Akzeptanz des ihm EigentĂŒmlichen“ definiert, im Unterschied zur „Assimilation“, der Eingliederung ohne solche Akzeptanz. Die BeitrĂ€ge der Tagung, die im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 573 „Pluralisierung und AutoritĂ€t in der FrĂŒhen Neuzeit (15.–17. Jahrhundert)“ stattfand, wurden 2013 publiziert.cite-ref-154[154]

Panagiotis Kourniakos betont in seinem Tagungsbeitrag den Konflikt, der sich aus der „spannungsvollen, ambivalenten griechisch-katholischen DoppelidentitĂ€t“ des zum römischen Dogma bekehrten Byzantiners ergeben habe, und dessen „schmerzliche physische und gleichzeitig geistige Selbstexilierung“. Sein Kreuzzugsprogramm sei von einer politischen Praxis abhĂ€ngig gewesen, die sich auf „ganz pragmatische und zynische Faktoren“ gestĂŒtzt habe. Bessarion agierte – so Kourniakos – als BĂŒrger der Republik Venedig, und es war ihm klar, dass eine Befreiung griechischer Gebiete von der TĂŒrkenherrschaft nur mit der venezianischen MilitĂ€rmacht möglich war und dann zum Anschluss an das Reich der Venezianer fĂŒhren musste. Im Kreuzzugsplan „gab es keinen Raum fĂŒr die anachronistische Restauration eines griechischen Reiches“, vielmehr kam nur eine „ebenso anachronistische und, wie sich schließlich herausstellte, unrealisierbare Restauration des Lateinerreichs“ in Betracht. Das hĂ€tte eine Erneuerung der bei den Byzantinern verhassten Fremdherrschaft bedeutet, die ein von Venedig gesteuertes Kreuzfahrerheer zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet hatte. Nach Kourniakos’ Darstellung war Bessarions „bedingungslose UnterstĂŒtzung Venedigs bei allen Gelegenheiten“ auch in der italienischen Politik problematisch, da sie seinen Ruf als ĂŒber den Parteien stehender Kardinal kompromittierte.cite-ref-155[155] Han Lamers stimmte 2015 der EinschĂ€tzung zu, dass Bessarion fĂŒr die Zeit nach der geplanten Befreiung Griechenlands eine venezianische Herrschaft ins Auge gefasst habe.cite-ref-156[156]

Bessarions Förderung der Astronomie wurde 1935 mit der Benennung des Mondkraters Bessarion nach ihm gewĂŒrdigt.

Ausgaben und Übersetzungen

Sammelausgaben

‱ Jacques-Paul Migne (Hrsg.): Patrologia Graeca. Band 161, Paris 1866, Sp. 1–746 (Ausgabe vieler Werke Bessarions; den griechischen Texten sind lateinische Übersetzungen beigegeben)
‱ Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann. Funde und Forschungen. BĂ€nde 2 und 3 (= Quellen und Forschungen aus dem Gebiete der Geschichte. BĂ€nde 22 und 24). Schöningh, Paderborn 1927–1942, Nachdruck: Scientia, Aalen 1967 (kritische Edition; Band 2 enthĂ€lt In calumniatorem Platonis, Band 3 Abhandlungen, Reden und Briefe. AusfĂŒhrliche Rezension des zweiten Bandes von Johannes Sykutris in: Byzantinische Zeitschrift 28, 1928, S. 133–142)

Einzelne Werke

‱ Pier Davide Accendere, Ivanoe Privitera (Hrsg.): Bessarione: La natura delibera. La natura e l’arte. Bompiani, Mailand 2014, ISBN 978-88-587-6758-0 (griechischer und lateinischer Text und italienische Übersetzung)
‱ Em(m)anuel Candal (Hrsg.): Bessarion Nicaenus: Oratio dogmatica de unione. Pontificium Institutum Orientalium Studiorum, Rom 1958 (kritische Edition, griechisch und lateinisch)
‱ Em(m)anuel Candal (Hrsg.): Bessarion Nicaenus: De Spiritus Sancti processione ad Alexium Lascarin Philanthropinum. Pontificium Institutum Orientalium Studiorum, Rom 1961 (kritische Edition, griechisch und lateinisch)
‱ Luigi Chitarin (Übersetzer): Greci e latini al Concilio di Ferrara-Firenze (1438–39). Edizioni Studio Domenicano, Bologna 2002, ISBN 88-7094-477-8 (enthĂ€lt als Anhang S. 185–193 eine italienische Übersetzung der Konzilsrede Bessarions vom 8. Oktober 1438)
‱ Eva Del Soldato (Übersetzerin): Basilio Bessarione: Contro il calunniatore di Platone (= Temi e testi. Band 111). Edizioni di Storia e Letteratura, Rom 2014, ISBN 978-88-6372-477-6 (italienische Übersetzung)
‱ Anna Gentilini (Hrsg.): Una consolatoria inedita del Bessarione. In: Scritti in onore di Carlo Diano. Pàtron, Bologna 1975, S. 149–164 (kritische Edition der ersten Trostrede Bessarions an Kaiser Johannes VIII.)
‱ Georg Hofmann (Hrsg.): Acht Briefe des Kardinals Bessarion. In: Orientalia Christiana Periodica 15, 1949, S. 277–290
‱ Pierre Joannou (Hrsg.): Un opuscule inĂ©dit du cardinal Bessarion. Le panĂ©gyrique de Saint Bessarion, anachorĂšte Ă©gyptien. In: Analecta Bollandiana 65, 1947, S. 107–138 (kritische Edition)
‱ Spyridon Lambros (Hrsg.): Palaiologeia kai Peloponnesiaka (kritische Editionen)

‱ Bd. 3, Athen 1926, S. 281–283 (ein Gedicht) und 284–290 (Grabrede auf Kaiser Manuel II.)
‱ Bd. 4, Athen 1930, S. 94 f. (Totengedicht auf Teodora Tocco), 154–160 (Trauerrede auf Cleopa Malatesta)

‱ Odysseas Lampsidis (Hrsg.): Ho «eis Trapezunta» logos tu Bessarionos. In: Archeion Pontu 39, 1984, S. 3–75 (kritische Edition der Lobschrift auf Trapezunt)
‱ Gianfrancesco Lusini (Übersetzer): Bessarione di Nicea: Orazione dogmatica sull’unione dei Greci e dei Latini. Vivarium, Neapel 2001, ISBN 88-85239-41-2 (italienische Übersetzung mit Einleitung)
‱ Sergei Mariev u. a. (Hrsg.): Bessarion: Über Natur und Kunst. De Natura et Arte (= Philosophische Bibliothek. Band 670). Meiner, Hamburg 2015, ISBN 978-3-7873-2705-8 (griechischer Originaltext, lateinische Fassung, deutsche Übersetzung, Einleitung und Kommentar)
‱ John Monfasani (Hrsg.): Liber Defensionum contra Obiectiones in Platonem: Cardinal Bessarion’s own Latin translation of his Greek defense of Plato against George of Trebizond. (Byzantinisches Archiv – Series Philosophica, 6). De Gruyter, Berlin, Boston 2023. – Rezension von Scott Kennedy, Bryn Mawr Classical Review 2024.02.32
‱ Alexander Sideras: Die byzantinischen Grabreden. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1994, ISBN 3-7001-2159-8 (enthĂ€lt als Anhang S. 529–536 eine kritische Edition der ersten Grabrede Bessarions auf die Kaiserin Theodora Komnene)
‱ Alexander Sideras (Hrsg.): 25 unedierte byzantinische Grabreden. Parateretes, Thessaloniki 1990, ISBN 960-260-304-6, S. 349–368 (kritische Edition von Bessarions zweiter und dritter Grabrede auf die Kaiserin Theodora Komnene)

Literatur

Übersichtsdarstellungen

‱ Tzotcho Boiadjiev: Bessarion. In: Laurent Cesalli, Gerald Hartung (Hrsg.): Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie des Mittelalters. Band 1: Byzanz, Judentum. Schwabe, Basel 2019, ISBN 978-3-7965-2623-7, S. 208–214, 291–295
‱ Marie-HĂ©lĂšne Congourdeau: Bessarion (1403–1472). In: Colette Nativel (Hrsg.): Centuriae Latinae. Droz, Genf 1997, S. 131–136
‱ Joseph Gill: Bessarion. In: Theologische RealenzyklopĂ€die. Band 5, de Gruyter, Berlin/New York 1980, ISBN 3-11-007739-6, S. 725–730
‱ Thomas Sören Hoffmann: Philosophie in Italien. Eine EinfĂŒhrung in 20 PortrĂ€ts. Marix, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-86539-127-8, S. 79–86
‱ Lotte Labowsky: Bessarione. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 9: Berengario–Biagini. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1967, S. 686–696.

Gesamtdarstellungen

‱ Giuseppe L. Coluccia: Basilio Bessarione. Lo spirito greco e l’Occidente. Olschki, Florenz 2009, ISBN 978-88-222-5925-7
‱ Elpidio Mioni: Vita del Cardinale Bessarione. In: Miscellanea Marciana 6, 1991, S. 11–219
‱ Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann. Funde und Forschungen. Band 1: Darstellung (= Quellen und Forschungen aus dem Gebiete der Geschichte. Band 20). Schöningh, Paderborn 1923, Nachdruck: Scientia, Aalen 1967

Aufsatzsammlungen

‱ Concetta Bianca: Da Bisanzio a Roma. Studi sul cardinale Bessarione. Roma nel Rinascimento, Rom 1999, ISBN 88-85913-17-2
‱ Gianfranco Fiaccadori (Hrsg.): Bessarione e l’Umanesimo. Catalogo della mostra. Vivarium, Neapel 1994, ISBN 88-85239-09-9 (Ausstellungskatalog mit umfangreicher Aufsatzsammlung)
‱ Andrzej Gutkowski, Emanuela Prinzivalli (Hrsg.): Bessarione e la sua Accademia. Miscellanea Francescana, Rom 2012, ISBN 978-88-87931-57-0
‱ Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“. Bessarion zwischen den Kulturen. De Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-028265-8
‱ Elpidio Mioni (Hrsg.): Miscellanea marciana di studi bessarionei (= Medioevo e Umanesimo. Band 24). Antenore, Padua 1976
‱ John Monfasani: Byzantine Scholars in Renaissance Italy: Cardinal Bessarion and Other EmigrĂ©s. Selected Essays. Variorum, Aldershot 1995, ISBN 0-86078-477-0

Untersuchungen zu einzelnen Themen

‱ Alberto Bardi, Islamic Astronomy in Fifteenth-Century Christian Environments: Cardinal Bessarion and His Library, Journal of Islamic Studies, Volume 30, Issue 3, September 2019, Pages 338–366, https://doi.org/10.1093/jis/etz013
‱ Katharina Corsepius: Kardinal Bessarion und die Ikone im römischen Quattrocento. In: Henriette Hofmann, Caroline SchĂ€rli, Sophie Schweinfurth (Hrsg.): Inszenierungen von Sichtbarkeit in mittelalterlichen Bildkulturen. Reimer, Berlin 2018, ISBN 978-3-496-01595-6, S. 235–250
‱ Panagiotis Kourniakos: Die Kreuzzugslegation Kardinal Bessarions in Venedig (1463–1464). Köln 2009 (Dissertation, online)
‱ Lotte Labowsky: Bessarion’s library and the Biblioteca Marciana. Six early inventories. Edizioni di Storia e Letteratura, Rom 1979, ISBN 88-8498-569-2
‱ John Monfasani: ‘Bessarion Scholasticus’: A Study of Cardinal Bessarion’s Latin Library (= Byzantios. Band 3). Brepols, Turnhout 2011, ISBN 978-2-503-54154-9

Weblinks

Commons

: Bessarion

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Literatur von und ĂŒber Bessarion im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Werke von und ĂŒber Bessarion in der Deutschen Digitalen Bibliothek
‱ Bessarion. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch)
‱ Eintrag zu Basilios Bessarion auf catholic-hierarchy.org (englisch)

Anmerkungen

cite-note-11. ↑ John Monfasani: The Bessarion Missal Revisited. In: Scriptorium 37, 1983, S. 119–122; Brigitte Tambrun-Krasker: Bessarion, de TrĂ©bizonde Ă  Mistra: un parcours intellectuel. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 1–35, hier: 2 f. FĂŒr die GlaubwĂŒrdigkeit Orsinis plĂ€diert Tommaso Braccini: Bessarione Comneno? In: Quaderni di storia 64, 2006, S. 61–115, hier: 80–82, 89–98.
cite-note-22. ↑ Eine Übersicht ĂŒber die Diskussion bietet Brigitte Tambrun-Krasker: Bessarion, de TrĂ©bizonde Ă  Mistra: un parcours intellectuel. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 1–35, hier: 7–9. Vgl. die ausfĂŒhrliche Erörterung bei Elpidio Mioni: Vita del Cardinale Bessarione. In: Miscellanea Marciana 6, 1991, S. 11–219, hier: 16–21.
cite-note-33. ↑ John Monfasani: The Bessarion Missal Revisited. In: Scriptorium 37, 1983, S. 119–122, hier: 120.
cite-note-44. ↑ Elpidio Mioni: Bessarione scriba e alcuni suoi collaboratori. In: Elpidio Mioni (Hrsg.): Miscellanea marciana di studi bessarionei, Padua 1976, S. 263–318, hier: 264 f.; Concetta Bianca: Da Bisanzio a Roma, Rom 1999, S. 141–149.
cite-note-55. ↑ Lotte Labowsky: Il Cardinale Bessarione e gli inizi della Biblioteca Marciana. In: Agostino Pertusi (Hrsg.): Venezia e l’Oriente fra tardo Medioevo e Rinascimento, Florenz 1966, S. 159–182, hier: 161.
cite-note-66. ↑ Elpidio Mioni: Vita del Cardinale Bessarione. In: Miscellanea Marciana 6, 1991, S. 11–219, hier: 23; Brigitte Tambrun-Krasker: Bessarion, de TrĂ©bizonde Ă  Mistra: un parcours intellectuel. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 1–35, hier: 4–7, 10–15.
cite-note-77. ↑ Thierry Ganchou: Les ultimae voluntates de Manuel et IĂŽannĂšs ChrysolĂŽras et le sĂ©jour de Francesco Filelfo Ă  Constantinople. In: Bizantinistica 7, 2005, S. 195–285, hier: 253–256; Brigitte Tambrun-Krasker: Bessarion, de TrĂ©bizonde Ă  Mistra: un parcours intellectuel. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 1–35, hier: 13 f.
cite-note-88. ↑ Elpidio Mioni: Vita del Cardinale Bessarione. In: Miscellanea Marciana 6, 1991, S. 11–219, hier: 16 f., 24; Henri-Dominique Saffrey: L’hĂ©ritage des anciens au Moyen Âge et Ă  la Renaissance, Paris 2002, S. 102–105.
cite-note-99. ↑ Sebastian Kolditz: Bessarion und der griechische Episkopat im Kontext des Konzils von Ferrara-Florenz. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 37–78, hier: S. 43 Anm. 27; Raymond J. Loenertz: Pour la biographie du cardinal Bessarion. In: Orientalia Christiana Periodica 10, 1944, S. 116–149, hier: 130–132.
cite-note-1010. ↑ Daniel Glowotz: Byzantinische Gelehrte in Italien zur Zeit des Renaissance-Humanismus, Schneverdingen 2006, S. 110–115; Brigitte Tambrun-Krasker: Bessarion, de TrĂ©bizonde Ă  Mistra: un parcours intellectuel. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 1–35, hier: 15–25; James Hankins: Plato in the Italian Renaissance, 3. Auflage, Leiden 1994, S. 218–220.
cite-note-1111. ↑ Raymond J. Loenertz: Pour la biographie du cardinal Bessarion. In: Orientalia Christiana Periodica 10, 1944, S. 116–149, hier: 142–148; Edward J. Stormon: Bessarion before the Council of Florence. In: Elizabeth Jeffreys u. a. (Hrsg.): Byzantine Papers, Canberra 1981, S. 128–156, hier: 138.
cite-note-1212. ↑ Sebastian Kolditz: Bessarion und der griechische Episkopat im Kontext des Konzils von Ferrara-Florenz. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 37–78, hier: 44–46; Brigitte Tambrun-Krasker: Bessarion, de TrĂ©bizonde Ă  Mistra: un parcours intellectuel. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 1–35, hier: S. 3 Anm. 13.
cite-note-1313. ↑ Sebastian Kolditz: Bessarion und der griechische Episkopat im Kontext des Konzils von Ferrara-Florenz. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 37–78, hier: 45 f.
cite-note-1414. ↑ Thomas Sören Hoffmann: Bessarion und Cusanus. Eine Konvergenz im Zeichen neuplatonischen Einheitsdenkens. In: Cusanus Jahrbuch 2, 2010, S. 70–94, hier: 84 f. Vgl. Giovanni Pugliese Carratelli: Bessarione, il Cusano e l’umanesimo meridionale. In: Gino Benzoni (Hrsg.): L’ereditĂ  greca e l’ellenismo veneziano, Florenz 2002, S. 1–21.
cite-note-1515. ↑ Lotte Labowsky: Bessarion’s library and the Biblioteca Marciana, Rom 1979, S. 3, 148.
cite-note-1616. ↑ Jean DĂ©carreaux: Les Grecs au concile de l’Union Ferrare-Florence 1438–1439, Paris 1970, S. 11–36.
cite-note-1717. ↑ Sebastian Kolditz: Bessarion und der griechische Episkopat im Kontext des Konzils von Ferrara-Florenz. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 37–78, hier: 56–59. Eine ausfĂŒhrliche Darstellung bietet Jean DĂ©carreaux: Les Grecs au concile de l’Union Ferrare-Florence 1438–1439, Paris 1970, S. 34–67.
cite-note-1818. ↑ Siehe zu der Rede Joseph Gill: The Council of Florence, Cambridge 1959, S. 143–145.
cite-note-1919. ↑ Joseph Gill: The Council of Florence, Cambridge 1959, S. 153–155.
cite-note-2020. ↑ Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 120–139; Jean DĂ©carreaux: Les Grecs au concile de l’Union Ferrare-Florence 1438–1439, Paris 1970, S. 67–90.
cite-note-2121. ↑ Lotte Labowsky: Bessarione. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 9, Rom 1967, S. 686–696, hier: 687.
cite-note-2222. ↑ Lotte Labowsky: Bessarione. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 9, Rom 1967, S. 686–696, hier: 687; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 152–159.
cite-note-2323. ↑ Siehe dazu Joseph Gill: The Council of Florence, Cambridge 1959, S. 240 f.; Sebastian Kolditz: Bessarion und der griechische Episkopat im Kontext des Konzils von Ferrara-Florenz. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 37–78, hier: 61–63.
cite-note-2424. ↑ Jean-Christophe Saladin: Bessarion ou «du bon usage de la trahison». In MaĂŻtĂ© BillorĂ©, Myriam Soria (Hrsg.): La Trahison au Moyen Âge, Rennes 2009, S. 281–290, hier: 283 f.; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 165–176; ausfĂŒhrliche Darstellung bei Joseph Gill: The Council of Florence, Cambridge 1959, S. 241–296.
cite-note-2525. ↑ Sebastian Kolditz: Bessarion und der griechische Episkopat im Kontext des Konzils von Ferrara-Florenz. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 37–78, hier: 70 f.; Joseph Gill: The Council of Florence, Cambridge 1959, S. 299.
cite-note-2626. ↑ Christina Abenstein: Die Basilius-Übersetzung des Georg von Trapezunt in ihrem historischen Kontext, Berlin 2014, S. 67 f.; Jean-Christophe Saladin: Bessarion ou «du bon usage de la trahison». In MaĂŻtĂ© BillorĂ©, Myriam Soria (Hrsg.): La Trahison au Moyen Âge, Rennes 2009, S. 281–290, hier: 285–288; Joseph Gill: The Council of Florence, Cambridge 1959, S. 349–358.
cite-note-2727. ↑ Duane Henderson: Bessarion, Cardinalis Nicenus. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 79–122, hier: 93; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 10 f., 207–209.
cite-note-2828. ↑ Siehe dazu Carol M. Richardson: Reclaiming Rome. Cardinals in the Fifteenth Century, Leiden 2009, S. 289–291; Tancredi Carunchio (Hrsg.): La Casina del Cardinale Bessarione, Perugia 1991, S. 1–3.
cite-note-2929. ↑ Siehe dazu Volker Reinhardt: Pius II. Piccolomini, MĂŒnchen 2013, S. 183–186.
cite-note-3030. ↑ Duane Henderson: Bessarion, Cardinalis Nicenus. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 79–122, hier: 94–97, 114–116; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 260, 284, 310.
cite-note-3131. ↑ Duane Henderson: Bessarion, Cardinalis Nicenus. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 79–122, hier: 99–101.
cite-note-3232. ↑ Lotte Labowsky: Bessarione. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 9, Rom 1967, S. 686–696, hier: 688; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 208–211.
cite-note-3333. ↑ James Hankins: Plato in the Italian Renaissance, 3. Auflage, Leiden 1994, S. 227; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 260–267; Emilio Nasalli Rocca di Corneliano: Il card. Bessarione Legato pontificio in Bologna (1450–1455). In: Atti e Memorie della R. Deputazione di Storia Patria per le Provincie di Romagna 20, 1930, S. 17–80, hier: 24–59; Elpidio Mioni: Vita del Cardinale Bessarione. In: Miscellanea Marciana 6, 1991, S. 11–219, hier: 149–154; Franco Bacchelli: La legazione bolognese del cardinal Bessarione (1450–1455). In: Gianfranco Fiaccadori (Hrsg.): Bessarione e l’Umanesimo, Neapel 1994, S. 137–147.
cite-note-3434. ↑ Lotte Labowsky: Bessarione. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 9, Rom 1967, S. 686–696, hier: 690; Elpidio Mioni: Vita del Cardinale Bessarione. In: Miscellanea Marciana 6, 1991, S. 11–219, hier: 173–178; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 275–277.
cite-note-3535. ↑ Duane Henderson: Bessarion, Cardinalis Nicenus. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 79–122, hier: 96; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 279 f.
cite-note-3636. ↑ Volker Reinhardt: Pius II. Piccolomini, MĂŒnchen 2013, S. 207–209; Remo L. Guidi: Storia in ombra, ovvero Bessarione e i Francescani. In: Archivio Storico Italiano 169, 2011, S. 727–757, hier: 727–729; Panagiotis Kourniakos: Die Kreuzzugslegation Kardinal Bessarions in Venedig (1463–1464), Köln 2009, S. 227 f. (online).
cite-note-3737. ↑ Volker Reinhardt: Pius II. Piccolomini, MĂŒnchen 2013, S. 232–236, 250–268; Duane Henderson: Bessarion, Cardinalis Nicenus. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 79–122, hier: 111 f.; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 285–292.
cite-note-3838. ↑ Claudia MĂ€rtl: Kardinal Bessarion als Legat im Deutschen Reich (1460/1461). In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 123–150, hier: 123 f.; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 292–294.
cite-note-3939. ↑ GĂŒnther Schuhmann: Kardinal Bessarion in NĂŒrnberg. In: Jahrbuch fĂŒr frĂ€nkische Landesforschung 34/35, 1975, S. 447–465, hier: 447 f., 452–455; Erich Meuthen: Zum Itinerar der deutschen Legation Bessarions (1460–61). In: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 37, 1957, S. 328–333, hier: 328–331.
cite-note-4040. ↑ Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 295–297.
cite-note-4141. ↑ Polychronis K. Enepekides: Die Wiener Legation des Kardinals Bessarion in den Jahren 1460–1461. In: Elpidio Mioni (Hrsg.): Miscellanea marciana di studi bessarionei, Padua 1976, S. 69–82, hier: 72–77; Kenneth M. Setton: The Papacy and the Levant (1204–1571), Bd. 2, Philadelphia 1978, S. 217 f.; Gabriele Annas: Hoftag – Gemeiner Tag – Reichstag, Bd. 2, Göttingen 2004, S. 419–424; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 298–302.
cite-note-4242. ↑ Polychronis K. Enepekides: Die Wiener Legation des Kardinals Bessarion in den Jahren 1460–1461. In: Elpidio Mioni (Hrsg.): Miscellanea marciana di studi bessarionei, Padua 1976, S. 69–82, hier: 76 f.; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 301 f.
cite-note-4343. ↑ Alfred A. Strnad: Bessarion verstand auch Deutsch. In: Erwin Gatz (Hrsg.): Römische Kurie. Kirchliche Finanzen. Vatikanisches Archiv. Studien zu Ehren von Hermann Hoberg, Teil 2, Rom 1979, S. 869–881, hier: S. 872, 878 und Anm. 31.
cite-note-4444. ↑ Polychronis K. Enepekides: Die Wiener Legation des Kardinals Bessarion in den Jahren 1460–1461. In: Elpidio Mioni (Hrsg.): Miscellanea marciana di studi bessarionei, Padua 1976, S. 69–82, hier: 77–80; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 302 f.
cite-note-4545. ↑ Lotte Labowsky: Bessarion’s library and the Biblioteca Marciana, Rom 1979, S. 3–5; Panagiotis Kourniakos: Die Kreuzzugslegation Kardinal Bessarions in Venedig (1463–1464), Köln 2009, S. 117 f. (online).
cite-note-4646. ↑ Gabriele Köster: In besonderer Mission. In: Peter Bell u. a. (Hrsg.): Fremde in der Stadt, Frankfurt 2010, S. 143–169, hier: 145–148; Holger A. Klein: Die Staurothek Kardinal Bessarions: Bildrhetorik und Reliquienkult im Venedig des spĂ€ten Mittelalters. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 245–276, hier: S. 246 und Anm. 4.
cite-note-4747. ↑ Lotte Labowsky: Bessarion’s library and the Biblioteca Marciana, Rom 1979, S. 23; Panagiotis Kourniakos: Die Kreuzzugslegation Kardinal Bessarions in Venedig (1463–1464), Köln 2009, S. 151–163 (online).
cite-note-4848. ↑ Theodoros N. Vlachos: Bessarion als pĂ€pstlicher Legat in Venedig im Jahre 1463. In: Rivista di studi bizantini e neoellenici 15 (= Nuova Serie 5), 1968, S. 123–125; Panagiotis Kourniakos: Die Kreuzzugslegation Kardinal Bessarions in Venedig (1463–1464), Köln 2009, S. 160–163, 169–171 (online); Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 312 f.
cite-note-4949. ↑ Uwe Israel u. a. (Hrsg.): «Interstizi», Rom 2010, S. 17–27 (Edition von Bessarions VerfĂŒgung zur Rechtssicherheit der Juden mit italienischer und deutscher Übersetzung); Panagiotis Kourniakos: Die Kreuzzugslegation Kardinal Bessarions in Venedig (1463–1464), Köln 2009, S. 200–208 (online).
cite-note-5050. ↑ Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 314.
cite-note-5151. ↑ Marino Zorzi: La Libreria di San Marco, Mailand 1987, S. 37 f.; Lotte Labowsky: Bessarione. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 9, Rom 1967, S. 686–696, hier: 692; Kenneth M. Setton: The Papacy and the Levant (1204–1571), Bd. 2, Philadelphia 1978, S. 247–257, 268–270; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 315–317.
cite-note-5252. ↑ Thomas M. KrĂŒger: Leitungsgewalt und KollegialitĂ€t, Berlin 2013, S. 267–270; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 317–322.
cite-note-5353. ↑ Kenneth M. Setton: The Papacy and the Levant (1204–1571), Bd. 2, Philadelphia 1978, S. 300–303.
cite-note-5454. ↑ Kenneth M. Setton: The Papacy and the Levant (1204–1571), Bd. 2, Philadelphia 1978, S. 312–314; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 416–419.
cite-note-5555. ↑ Paul Ourliac: Études d’histoire du droit mĂ©diĂ©val, Paris 1979, S. 492–496; Marino Zorzi: La Libreria di San Marco, Mailand 1987, S. 40, 42.
cite-note-5656. ↑ Zu Bessarions VerhĂ€ltnis zur Herrscherfamilie von Urbino siehe Cecil H. Clough: Cardinal Bessarion and Greek at the Court of Urbino. In: Manuscripta 8, 1964, S. 160–171, hier: 160–167; Concetta Bianca: Da Bisanzio a Roma, Rom 1999, S. 123–127.
cite-note-5757. ↑ Lotte Labowsky: Bessarione. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 9, Rom 1967, S. 686–696, hier: 693; John L. I. Fennell: Ivan the Great of Moscow, London 1961, S. 316–318; Charles A. Frazee: Catholics and Sultans, Cambridge 1983, S. 15; Kenneth M. Setton: The Papacy and the Levant (1204–1571), Bd. 2, Philadelphia 1978, S. 318–320; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 310, 422.
cite-note-5858. ↑ Paul Ourliac: Études d’histoire du droit mĂ©diĂ©val, Paris 1979, S. 496–501; Lotte Labowsky: Bessarione. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 9, Rom 1967, S. 686–696, hier: 693; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 423–425.
cite-note-5959. ↑ Richard J. Walsh: Charles the Bold and Italy (1467–1477), Liverpool 2005, S. 76–78; Paul Ourliac: Études d’histoire du droit mĂ©diĂ©val, Paris 1979, S. 501–503.
cite-note-6060. ↑ Alfred A. Strnad: Bessarion verstand auch Deutsch. In: Erwin Gatz (Hrsg.): Römische Kurie. Kirchliche Finanzen. Vatikanisches Archiv. Studien zu Ehren von Hermann Hoberg, Teil 2, Rom 1979, S. 869–881, hier: 870–872; John Monfasani: ‘Bessarion Scholasticus’, Turnhout 2011, S. 27–29; John Monfasani: Greek Scholars between East and West in the Fifteenth Century, Farnham 2016, Nr. VII S. 8–10. Vgl. Agustin Hevia-Ballina: Besarion de Nicea, latinista. In: Jean-Claude Margolin (Hrsg.): Acta Conventus Neo-Latini Turonensis, Bd. 1, Paris 1980, S. 449–461.
cite-note-6161. ↑ Christina Abenstein: „Penitus me destruxisti 
“ In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 301–346, hier 302–307; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 21 f., 206 f.
cite-note-6262. ↑ John Monfasani: Two Fifteenth-Century “Platonic Academies”: Bessarion’s and Ficino’s. In: Marianne Pade (Hrsg.): On Renaissance Academies, Rom 2011, S. 61–76, hier: 61–65; Fabio Stok: Perotti e l’Accademia romana. In: Marianne Pade (Hrsg.): On Renaissance Academies, Rom 2011, S. 77–90, hier: 81–84; Daniel Glowotz: Byzantinische Gelehrte in Italien zur Zeit des Renaissance-Humanismus, Schneverdingen 2006, S. 377–380; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 5, 252 f., 260, 283, 322, 326 f., 331 f.
cite-note-6363. ↑ Siehe dazu James Hankins: Bessarione, Ficino e le scuole di platonismo del sec. XV. In: Mariarosa Cortesi, Enrico V. Maltese (Hrsg.): Dotti bizantini e libri greci nell’Italia del secolo XV, Neapel 1992, S. 117–128, hier: 124–128.
cite-note-6464. ↑ Charles H. Lohr: Metaphysics. In: Charles B. Schmitt (Hrsg.): The Cambridge History of Renaissance Philosophy, Cambridge 1988, S. 566 f.; HĂ©ctor Delbosco: El humanismo platĂłnico del cardenal BessariĂłn, Pamplona 2008, S. 47–50; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 332 f., 339 f., 396.
cite-note-6565. ↑ Franco Bacchelli: La legazione bolognese del cardinal Bessarione (1450–1455). In: Gianfranco Fiaccadori (Hrsg.): Bessarione e l’Umanesimo, Neapel 1994, S. 137–147, hier: 143; Elpidio Mioni: Vita del Cardinale Bessarione. In: Miscellanea Marciana 6, 1991, S. 11–219, hier: 154 f.; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 263 f.
cite-note-6666. ↑ Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 259 f., 265 f.
cite-note-6767. ↑ Alfred A. Strnad: Bessarion verstand auch Deutsch. In: Erwin Gatz (Hrsg.): Römische Kurie. Kirchliche Finanzen. Vatikanisches Archiv. Studien zu Ehren von Hermann Hoberg, Teil 2, Rom 1979, S. 869–881, hier: 877 f.; Antonio Rigo: Bessarione, Giovanni Regiomontano e i loro studi su Tolomeo a Venezia e Roma (1462–1464). In: Studi Veneziani 21, 1991, S. 49–110, hier: 49–51, 62–67, 77–79.
cite-note-6868. ↑ Marino Zorzi: La Libreria di San Marco, Mailand 1987, S. 28; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 306, 327–329.
cite-note-6969. ↑ Siehe dazu Fabio Stok: Pomponio Leto e NiccolĂČ Perotti. In: Anna Modigliani u. a. (Hrsg.): Pomponio Leto tra identitĂ  locale e cultura internazionale, Rom 2011, S. 79–94, hier: 81–86; James Hankins: Plato in the Italian Renaissance, 3. Auflage, Leiden 1994, S. 211–214; Marino Zorzi: La Libreria di San Marco, Mailand 1987, S. 76 f.; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 320.
cite-note-7070. ↑ Daniel Glowotz: Byzantinische Gelehrte in Italien zur Zeit des Renaissance-Humanismus, Schneverdingen 2006, S. 457–461; Lotte Labowsky: Bessarion’s library and the Biblioteca Marciana, Rom 1979, S. 13–15.
cite-note-7171. ↑ Marino Zorzi: La Libreria di San Marco, Mailand 1987, S. 45–61, 77–85; John Monfasani: ‘Bessarion Scholasticus’, Turnhout 2011, S. 3–7, 28–31. Zur Abwicklung der Übereignung siehe Joachim-Felix Leonhard: Schenker und Beschenkte. In: Bernhard Adams u. a. (Hrsg.): Aratro corona messoria, Bonn 1988, S. 15–34, hier: 18–26.
cite-note-7272. ↑ Daniel Glowotz: Byzantinische Gelehrte in Italien zur Zeit des Renaissance-Humanismus, Schneverdingen 2006, S. 460; Lotte Labowsky: Bessarion’s library and the Biblioteca Marciana, Rom 1979, S. 14.
cite-note-7373. ↑ Fabrizio Lollini: Bologna, Ferrara, Cesena: i corali del Bessarione tra circuiti umanistici e percorsi di artisti. In: Piero Lucchi (Hrsg.): Corali Miniati del Quattrocento nella Biblioteca Malatestiana, Mailand 1989, S. 19–36.
cite-note-7474. ↑ Giordana Mariani Canova: Una illustre serie liturgica ricostruita: i corali del Bessarione già all’Annunziata di Cesena. In: Saggi e memorie di storia dell’arte 11, 1977, S. 7–20 (Abbildungen S. 129–145), hier: 9–12 (online); Elpidio Mioni: Vita del Cardinale Bessarione. In: Miscellanea Marciana 6, 1991, S. 11–219, hier: 164 f.; Roberto Weiss: Two Unnoticed ‘Portraits’ of Cardinal Bessarion. In: Italian Studies 22, 1967, S. 1–5.
cite-note-7575. ↑ Siehe dazu die Studie von Holger A. Klein: Die Staurothek Kardinal Bessarions: Bildrhetorik und Reliquienkult im Venedig des spĂ€ten Mittelalters. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 245–276.
cite-note-7676. ↑ Elpidio Mioni: Vita del Cardinale Bessarione. In: Miscellanea Marciana 6, 1991, S. 11–219, hier: 98 f., 194–197; Concetta Bianca: Da Bisanzio a Roma, Rom 1999, S. 107–116.
cite-note-7777. ↑ Lotte Labowsky: Bessarion’s library and the Biblioteca Marciana, Rom 1979, S. 11 f.; Elpidio Mioni: Vita del Cardinale Bessarione. In: Miscellanea Marciana 6, 1991, S. 11–219, hier: 197.
cite-note-7878. ↑ Silvia Ronchey: Bessarion Venetus. In: Chryssa Maltezou u. a. (Hrsg.): Philanagnostes, Venedig 2008, S. 375–401, hier: S. 389 und Anm. 38; Tommaso Braccini: Bessarione Comneno? In: Quaderni di storia 64, 2006, S. 61–115, hier: 99–102; Tommaso Braccini: Bessarione e la cometa. In: Quaderni di storia 67, 2008, S. 37–53.
cite-note-7979. ↑ Carol M. Richardson: Reclaiming Rome. Cardinals in the Fifteenth Century, Leiden 2009, S. 220–232 (mit Abbildungen und Rekonstruktion der Kapelle), 453–455; Klaus Ley: Die Wiederkehr des „Sublimen“, Berlin 2015, S. 108–120; Philip Muijtjens: The Funerary Chapel of Cardinal Bessarion in the Basilica of SS XII Apostoli in Rome: Commemoration and Competition. In: Zeitschrift fĂŒr Kunstgeschichte. Band 88, Nummer 1, 2025, ISSN 2569-1619, S. 1–33, DOI:10.1515/zkg-2025-1002.
cite-note-8080. ↑ Isidoro Liberale Gatti: Il Palazzo Della Rovere ai Santi Apostoli di Roma. Uomini, pietre e vicende. Il Quattrocento, Teil 1, Rom 2015, S. 165; Antonio Coccia: Vita e opere del Bessarione. In: Miscellanea Francescana 73, 1973, S. 265–293, hier: 285.
cite-note-8181. ↑ Silvia Ronchey: Bessarion Venetus. In: Chryssa Maltezou u. a. (Hrsg.): Philanagnostes, Venedig 2008, S. 375–401, hier: S. 387 und Anm. 33; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 251 f.
cite-note-8282. ↑ Marino Zorzi: La Libreria di San Marco, Mailand 1987, S. 26 (Abbildung), 44.
cite-note-8383. ↑ Concetta Bianca: Da Bisanzio a Roma, Rom 1999, S. 159 f., 162.
cite-note-8484. ↑ Silvia Ronchey: Bessarion Venetus. In: Chryssa Maltezou u. a. (Hrsg.): Philanagnostes, Venedig 2008, S. 375–401, hier: S. 390 und Anm. 39; Thomas Leinkauf: Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350–1600), Bd. 1, Hamburg 2017, S. 1017 f.
cite-note-8585. ↑ Siehe zu dem Relief Silvia Ronchey: Bessarion Venetus. In: Chryssa Maltezou u. a. (Hrsg.): Philanagnostes, Venedig 2008, S. 375–401, hier: S. 388 und Anm. 35.
cite-note-8686. ↑ GĂŒnter Brucher: Geschichte der venezianischen Malerei, Band 2, Wien 2010, S. 356.
cite-note-8787. ↑ Roberto Weiss: Two Unnoticed ‘Portraits’ of Cardinal Bessarion. In: Italian Studies 22, 1967, S. 1–5; Concetta Bianca: Da Bisanzio a Roma, Rom 1999, S. 161–167. Das Bild mit König Ferdinand befindet sich im Codex Paris, BibliothĂšque Nationale, Lat. 12946, fol. 29r.
cite-note-8888. ↑ Silvia Ronchey: Bessarion Venetus. In: Chryssa Maltezou u. a. (Hrsg.): Philanagnostes, Venedig 2008, S. 375–401, hier: 382–388, 400.
cite-note-8989. ↑ John Monfasani: ‘Bessarion Scholasticus’, Turnhout 2011, S. 27–30.
cite-note-9090. ↑ Zur Position des Trapezuntios siehe Eva Del Soldato: Illa litteris Graecis abdita: Bessarion, Plato, and the Western World. In: Marco Sgarbi (Hrsg.): Translatio Studiorum, Leiden 2012, S. 109–122, hier: 111–113; Christina Abenstein: Die Basilius-Übersetzung des Georg von Trapezunt in ihrem historischen Kontext, Berlin 2014, S. 187; James Hankins: Plato in the Italian Renaissance, 3. Auflage, Leiden 1994, S. 236–245.
cite-note-9191. ↑ Eva Del Soldato: Illa litteris Graecis abdita: Bessarion, Plato, and the Western World. In: Marco Sgarbi (Hrsg.): Translatio Studiorum, Leiden 2012, S. 109–122, hier: 114–121; James Hankins: Plato in the Italian Renaissance, 3. Auflage, Leiden 1994, S. 229–231, 233–236, 245–263; Daniel Glowotz: Byzantinische Gelehrte in Italien zur Zeit des Renaissance-Humanismus, Schneverdingen 2006, S. 390–393, 405; Klaus-Peter Todt: In Calumniatorem Platonis: Kardinal Johannes Bessarion (ca. 1403–1472) als Vermittler und Verteidiger der Philosophie Platons. In: Evangelos Konstantinou (Hrsg.): Der Beitrag der byzantinischen Gelehrten zur abendlĂ€ndischen Renaissance des 14. und 15. Jahrhunderts, Frankfurt 2006, S. 149–168, hier: 158–165.
cite-note-9292. ↑ Zur Entstehungsgeschichte und Datierung des Werks siehe Sergei Mariev u. a. (Hrsg.): Bessarion: Über Natur und Kunst. De Natura et Arte, Hamburg 2015, S. IX–XVI.
cite-note-9393. ↑ Monica Marchetto: Nature and deliberation in Bessarion’s De natura et arte. In: Byzantinische Zeitschrift 108, 2015, S. 735–751; Sergei Mariev: Nature as instrumentum Dei. In: Denis Searby (Hrsg.): Never the Twain Shall Meet?, Berlin 2018, S. 275–289; Eva Del Soldato: Introduzione. In: Pier Davide Accendere, Ivanoe Privitera (Hrsg.): Bessarione: La natura delibera. La natura e l’arte, Mailand 2014, S. 11–37, hier: 23–37; Sergei Mariev u. a. (Hrsg.): Bessarion: Über Natur und Kunst. De Natura et Arte, Hamburg 2015, S. LI–LXII.
cite-note-9494. ↑ Sergei Mariev u. a. (Hrsg.): Bessarion: Über Natur und Kunst. De Natura et Arte, Hamburg 2015, S. LIII f.
cite-note-9595. ↑ Antonio Rigo: La refutazione di Bessarione delle Antepigraphai di Gregorio Palamas. In: Mariarosa Cortesi, Claudio Leonardi (Hrsg.): Tradizioni patristiche nell’umanesimo, Florenz 2000, S. 283–294, hier: 289–294; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 213–218.
cite-note-9696. ↑ Joseph Gill: The Council of Florence, Cambridge 1959, S. 240 f.; Gianfrancesco Lusini: Bessarione di Nicea: Orazione dogmatica sull’unione dei Greci e dei Latini, Neapel 2001, S. 110–113; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 218–220.
cite-note-9797. ↑ Antonio Rigo: La teologia di Bessarione da Costantinopoli a Roma. In: Andrzej Gutkowski, Emanuela Prinzivalli (Hrsg.): Bessarione e la sua Accademia, Rom 2012, S. 21–55, hier: 34–36; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 220–222.
cite-note-9898. ↑ Joseph Gill: The Sincerity of Bessarion the Unionist. In: The Journal of Theological Studies 26, 1975, S. 377–392, hier: 388–390; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 224–232.
cite-note-9999. ↑ Antonio Rigo: La teologia di Bessarione da Costantinopoli a Roma. In: Andrzej Gutkowski, Emanuela Prinzivalli (Hrsg.): Bessarione e la sua Accademia, Rom 2012, S. 21–55, hier: 37–39; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 232–239.
cite-note-100100. ↑ Nigel Guy Wilson: From Byzantium to Italy, London 1992, S. 61 f.; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 399–403.
cite-note-101101. ↑ Antonio Rigo: La teologia di Bessarione da Costantinopoli a Roma. In: Andrzej Gutkowski, Emanuela Prinzivalli (Hrsg.): Bessarione e la sua Accademia, Rom 2012, S. 21–55, hier: 40–43; Paolo Garbini: Una cena a casa del Bessarione. In: Andrzej Gutkowski, Emanuela Prinzivalli (Hrsg.): Bessarione e la sua Accademia, Rom 2012, S. 65–79, hier: 65–68; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 399–402.
cite-note-102102. ↑ Panagiotis Kourniakos: Die Kreuzzugslegation Kardinal Bessarions in Venedig (1463–1464), Köln 2009, S. 101–104 (online); Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 240–242.
cite-note-103103. ↑ Antonio Rigo: La teologia di Bessarione da Costantinopoli a Roma. In: Andrzej Gutkowski, Emanuela Prinzivalli (Hrsg.): Bessarione e la sua Accademia, Rom 2012, S. 21–55, hier: 44–47; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 243–247.
cite-note-104104. ↑ Alexander Sideras: Die byzantinischen Grabreden, Wien 1994, S. 361 f.
cite-note-105105. ↑ Silvia Ronchey: Bessarione poeta e l’ultima corte di Bizanzio. In: Gianfranco Fiaccadori (Hrsg.): Bessarione e l’Umanesimo, Neapel 1994, S. 47–65, hier: 48–50.
cite-note-106106. ↑ Alexander Sideras: Die byzantinischen Grabreden, Wien 1994, S. 362–365; Filippo Maria Pontani: Epicedi inediti del Bessarione. In: Rivista di studi bizantini e neoellenici 15 (= Nuova Serie 5), 1968, S. 105–121, hier: 105–112.
cite-note-107107. ↑ Sebastian Kolditz: Bessarion und der griechische Episkopat im Kontext des Konzils von Ferrara-Florenz. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 37–78, hier: S. 41–43, S. 54 Anm. 71; Antonio Rigo: Le opere d’argomento teologico del giovane Bessarione. In: Gianfranco Fiaccadori (Hrsg.): Bessarione e l’Umanesimo, Neapel 1994, S. 33–46, hier: 39 f.
cite-note-108108. ↑ Alexander Sideras: Die byzantinischen Grabreden, Wien 1994, S. 365 f.; Filippo Maria Pontani: Epicedi inediti del Bessarione. In: Rivista di studi bizantini e neoellenici 15 (= Nuova Serie 5), 1968, S. 105–121, hier: 112–121.
cite-note-109109. ↑ Herbert Hunger: Die hochsprachliche profane Literatur der Byzantiner, Bd. 1, MĂŒnchen 1978, S. 141; Edward J. Stormon: Bessarion before the Council of Florence. In: Elizabeth Jeffreys u. a. (Hrsg.): Byzantine Papers, Canberra 1981, S. 128–156, hier: 131–135, 142 f.
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cite-note-111111. ↑ Dan Ioan Mureșan: Bessarion’s Orations against the Turks and Crusade Propaganda at the Große Christentag of Regensburg (1471). In: Norman Housley (Hrsg.): Reconfiguring the Fifteenth-Century Crusade, London 2017, S. 207–243, hier: 209–218; Margaret Meserve: Italian Humanists and the Problem of the Crusade. In: Norman Housley (Hrsg.): Crusading in the Fifteenth Century, Basingstoke 2004, S. 13–38, hier: 34–38; Thomas Ricklin: Bessarions TĂŒrke und andere TĂŒrken interessierter Kreise. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 277–300, hier: 284–289, 293–296; Robert Schwoebel: The Shadow of the Crescent, Nieuwkoop 1967, S. 157–160.
cite-note-112112. ↑ Herbert Hunger: Die hochsprachliche profane Literatur der Byzantiner, Bd. 1, MĂŒnchen 1978, S. 175 f.; Han Lamers: Greece Reinvented, Leiden 2015, S. 95–103; Edward J. Stormon: Bessarion before the Council of Florence. In: Elizabeth Jeffreys u. a. (Hrsg.): Byzantine Papers, Canberra 1981, S. 128–156, hier: 140–142; Odysseas Lampsidis: L’«éloge de TrĂ©bizonde» de Bessarion. In: Jahrbuch der Österreichischen Byzantinistik 32/3, 1982, S. 121–127.
cite-note-113113. ↑ Vojtěch HladkĂœ: The Philosophy of Gemistos Plethon, Farnham 2014, S. 30 f.; Jonathan Harris: Bessarion on Shipbuilding. In: Byzantinoslavica 55, 1994, S. 291–303; Christos P. Baloglou: Georgios Gemistos-Plethon: Ökonomisches Denken in der spĂ€tbyzantinischen Geisteswelt, Athen 1998, S. 97; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 3, Paderborn 1923, S. 439 Anm. zu Brief 13.
cite-note-114114. ↑ Panagiotis Kourniakos: Das historische ‚unicum‘ Kardinal Bessarion. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 439–466, hier: 452 f.
cite-note-115115. ↑ Vasileios Syros: Between Chimera and Charybdis: Byzantine and Post-Byzantine Views on the Political Organization of the Italian City-States. In: Journal of Early Modern History 14, 2010, S. 451–504, hier: 490 f.
cite-note-116116. ↑ Brigitte Tambrun-Krasker: Bessarion, de TrĂ©bizonde Ă  Mistra: un parcours intellectuel. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 1–35, hier: 25–27; Christopher M. Woodhouse: George Gemistos Plethon, Oxford 1986, S. 233–237; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 336–339.
cite-note-117117. ↑ Antonio Rigo: Gli interessi astronomici del cardinal Bessarione. In: Gianfranco Fiaccadori (Hrsg.): Bessarione e l’Umanesimo, Neapel 1994, S. 105–117, hier: 113; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 334.
cite-note-118118. ↑ Agustín Hevia Ballina: Besarión de Nicea, humanista cristiano. In: Studium Ovetense 2, 1974, S. 7–108, hier: 54–57; Elpidio Mioni: Vita del Cardinale Bessarione. In: Miscellanea Marciana 6, 1991, S. 11–219, hier: 120–126; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 341–345.
cite-note-119119. ↑ Siehe dazu Michele Bandini: Due note bessarionee. In: Studi medievali e umanistici 7, 2009, S. 399–406, hier: 399–404.
cite-note-120120. ↑ Thomas Ricklin: Bessarions TĂŒrke und andere TĂŒrken interessierter Kreise. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 277–300, hier: 296 f.; Klaus Ley: Longin von Bessarion zu Boileau, Berlin 2013, S. 94–98.
cite-note-121121. ↑ John Monfasani: Greek Scholars between East and West in the Fifteenth Century, Farnham 2016, Nr. VII S. 10; John Monfasani: Still More on “Bessarion Latinus”. In: Rinascimento 23, 1983, S. 217–235, hier: 223–228.
cite-note-122122. ↑ Edward J. Stormon: Bessarion before the Council of Florence. In: Elizabeth Jeffreys u. a. (Hrsg.): Byzantine Papers, Canberra 1981, S. 128–156, hier: 137; Agustín Hevia Ballina: Besarión de Nicea, humanista cristiano. In: Studium Ovetense 2, 1974, S. 7–108, hier: 87–97 (S. 88 f. griechischer Text und spanische Übersetzung des Gedichts auf Teodora Tocco); Silvia Ronchey: L’ultimo bizantino. In: Gino Benzoni (Hrsg.): L’eredità greca e l’ellenismo veneziano, Florenz 2002, S. 75–92, hier: 80–89.
cite-note-123123. ↑ Silvia Ronchey: Bessarione poeta e l’ultima corte di Bizanzio. In: Gianfranco Fiaccadori (Hrsg.): Bessarione e l’Umanesimo, Neapel 1994, S. 47–65, hier: 55–60.
cite-note-124124. ↑ Duane Henderson: Bessarion, Cardinalis Nicenus. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 79–122, hier: 88–90, 112.
cite-note-125125. ↑ John Monfasani: Platina, Capranica, and Perotti: Bessarion’s Latin eulogists and his date of birth. In: Augusto Campana, Paola Medioli Masotti (Hrsg.): Bartolomeo Sacchi il Platina (Piadena 1421 – Roma 1481), Padua 1986, S. 97–136, hier: 97–108.
cite-note-126126. ↑ Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 428 f.
cite-note-127127. ↑ Marino Zorzi: La Libreria di San Marco, Mailand 1987, S. 28.
cite-note-128128. ↑ Claudia MĂ€rtl u. a.: Vorwort. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. VII–XX, hier: VII f. Vgl. John Monfasani: Bessarion, Valla, Agricola, and Erasmus. In: Rinascimento 28, 1988, S. 319–320.
cite-note-129129. ↑ Daniel Glowotz: Byzantinische Gelehrte in Italien zur Zeit des Renaissance-Humanismus, Schneverdingen 2006, S. 392 f., 406.
cite-note-130130. ↑ Zu zeitgenössischen Reaktionen siehe Karl August Neuhausen, Erich Trapp: Lateinische Humanistenbriefe zu Bessarions Schrift „In Calumniatorem Platonis“. In: Jahrbuch der Österreichischen Byzantinistik 28, 1979, S. 141–165; Jeroen De Keyser: Perotti and Friends. In: Italia medioevale e umanistica 52, 2011, S. 103–137, hier: 108–116.
cite-note-131131. ↑ Thomas Leinkauf: Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350–1600), Bd. 2, Hamburg 2017, S. 1170 Anm. 14.
cite-note-132132. ↑ John Monfasani: The Pre- and Post-History of Cardinal Bessarion’s 1469 In Calumniatorem Platonis. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 347–366, hier: 359 f.; Eva Del Soldato: Sulle tracce di Bessarione: appunti per una ricerca. In: Rinascimento 50, 2010, S. 321–342.
cite-note-133133. ↑ Edina ZsupĂĄn: Bessarion immer noch in Buda? In: PĂ©ter Ekler, Farkas GĂĄbor Kiss (Hrsg.): Augustinus Moravus Olomucensis, Budapest 2015, S. 113–138, hier: 115.
cite-note-134134. ↑ Siehe dazu Dieter Mertens: Claromontani passagii exemplum. In: Bodo GuthmĂŒller, Wilhelm KĂŒhlmann (Hrsg.): Europa und die TĂŒrken in der Renaissance, TĂŒbingen 2000, S. 65–78, hier: 76.
cite-note-135135. ↑ Klaus Ley: Die Wiederkehr des „Sublimen“, Berlin 2015, S. 175–182, 187–190, 221.
cite-note-136136. ↑ Zur Rezeption in dieser Zeit siehe Klaus Ley: Longin von Bessarion zu Boileau, Berlin 2013, S. 50 f.; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 8 f. Die von Bandini verfasste Lebensbeschreibung steht in Jacques-Paul Migne (Hrsg.): Patrologia Graeca, Bd. 161, Paris 1866, Sp. I–CII.
cite-note-137137. ↑ Georg Voigt: Die Wiederbelebung des classischen Alterthums, Berlin 1859, S. 334, 336 f.
cite-note-138138. ↑ Henri Vast: Le cardinal Bessarion (1403–1472), Paris 1878.
cite-note-139139. ↑ Rudolf Rocholl: Bessarion. Studie zur Geschichte der Renaissance, Leipzig 1904.
cite-note-140140. ↑ Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 8–10 und S. 341 Anm. 2.
cite-note-141141. ↑ Ludwig Pastor: Geschichte der PĂ€pste seit dem Ausgang des Mittelalters, Bd. 1, Freiburg 1886, S. 240 f.
cite-note-142142. ↑ Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 1, 6 f., 95–98, 206–209, 216–247, 358, 366–383.
cite-note-143143. ↑ Einen Forschungsbericht gibt Gianfrancesco Lusini: Recenti studi sul Concilio di Firenze e il cardinale Bessarione. In: Studi storici 37, 1996, S. 667–684, hier: 679–684.
cite-note-144144. ↑ François Masai: PlĂ©thon et le platonisme de Mistra, Paris 1956, S. 306–314.
cite-note-145145. ↑ Vojtěch HladkĂœ: The Philosophy of Gemistos Plethon, Farnham 2014, S. 207–209. Vgl. Christopher M. Woodhouse: George Gemistos Plethon, Oxford 1986, S. 13–15.
cite-note-146146. ↑ Siehe beispielsweise Antonio Rigo: Le opere d’argomento teologico del giovane Bessarione. In: Gianfranco Fiaccadori (Hrsg.): Bessarione e l’Umanesimo, Neapel 1994, S. 33–46, hier: 33.
cite-note-147147. ↑ Panagiotis Kourniakos: Das historische ‚unicum‘ Kardinal Bessarion. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 439–466, hier: 452–454, 460; Han Lamers: Greece Reinvented, Leiden 2015, S. 93 und Anm. 3; Joseph Gill: The Sincerity of Bessarion the Unionist. In: The Journal of Theological Studies 26, 1975, S. 377–392; Tamas Glaser: The remnants of the Hellenes. In: Evangelos Konstantinou (Hrsg.): Der Beitrag der byzantinischen Gelehrten zur abendlĂ€ndischen Renaissance des 14. und 15. Jahrhunderts, Frankfurt 2006, S. 199–209, hier: 208; Ludwig Mohler: Kardinal Bessarion als Theologe, Humanist und Staatsmann, Bd. 1, Paderborn 1923, S. 10–12.
cite-note-148148. ↑ Polychronis K. Enepekides: Die Wiener Legation des Kardinals Bessarion in den Jahren 1460–1461. In: Elpidio Mioni (Hrsg.): Miscellanea marciana di studi bessarionei, Padua 1976, S. 69–82, hier: 70 f.
cite-note-149149. ↑ Johannes Irmscher: Bessarion als griechischer Patriot. In: Elpidio Mioni (Hrsg.): Miscellanea marciana di studi bessarionei, Padua 1976, S. 176 f., 184 f.
cite-note-150150. ↑ Siehe dazu Silvia Ronchey: Bessarion Venetus. In: Chryssa Maltezou u. a. (Hrsg.): Philanagnostes, Venedig 2008, S. 375–401, hier: S. 375 und Anm. 5; Silvia Ronchey: Il piano di salvataggio di Bisanzio in Morea. In: L’Europa dopo la caduta di Constantinopoli: 29 maggio 1453, Spoleto 2008, S. 517–531, hier: 521, 527 f.
cite-note-151151. ↑ Joseph Gill: The Council of Florence, Cambridge 1959, S. 224 f.
cite-note-152152. ↑ Edward J. Stormon: Bessarion before the Council of Florence. In: Elizabeth Jeffreys u. a. (Hrsg.): Byzantine Papers, Canberra 1981, S. 128–156, hier: 143–145.
cite-note-153153. ↑ Siehe dazu den Forschungsbericht und die Erörterungen von AndrĂ© de Halleux: Bessarion et le palamisme au concile de Florence. In: IrĂ©nikon 62, 1989, S. 307–332.
cite-note-154154. ↑ Claudia MĂ€rtl u. a.: Vorwort. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. VII–XX, hier: VII.
cite-note-155155. ↑ Panagiotis Kourniakos: Das historische ‚unicum‘ Kardinal Bessarion. In: Claudia MĂ€rtl u. a. (Hrsg.): „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“, Berlin 2013, S. 439–466, hier: 442, 451 f., 455, 457, 462 f.
cite-note-156156. ↑ Han Lamers: Greece Reinvented, Leiden 2015, S. 130 f.